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Einführung Dr.med.Langhof

Einführung in die Ernährungslehre

Ernährungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

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Abnehmen leicht gemacht

Wie kommt es zu Übergewicht bei Kindern

Zur Klinik Schönsicht, Berchtesgaden Kind-Mutter-Klinik

Email an Gerhard Reuter

 

 

 

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5.2  Wann ist eine stationäre  Behandlung notwendig 5.3 Wann ist eine ambulante Behandlung notwendig 5.4 Der positive Einfluß der Gruppe  5.5 So sichern Sie den Behandlungserfolg  5.6  Ich habe ein neues Kind: Positive Veränderung der Persönlichkeit

5.1 Wann ist eine Psychotherapie nötig?

Von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist der Versuch der Gewichtsabnahme bei einem Kind, bei dem eine tiefergehende seelische Störung Mit- oder Hauptgrund für die Enstehung des Übergewichts ist. Es gibt bei sehr großem Übergewicht auch sekundär enstandene seelische Schäden, die mindestens so behandlungsbedürftig sind wie das Übergewicht selbst.

Unverzichtbar ist eine Psychotherapie bei:

  1. Suchthaftem Eß- oder Trinkverhalten (Verzehr großer Nahrungsmittel,viel Süßigkeiten, Unmengen süßer Getränke.

  2. Fällen von Bullimie = Verzehr enormer Nahrungs- bzw. Kalorienmengen und anschliesendem wilkürlichen Erbrechen.

  3. Anzeichen einer depressiven Grundstimmung, permanenter Unlust, Antriebslosigkeit, starken Minderwertigkeitsgefühlen, Kontaktarmut bzw. totaler Isolation.

  4. Bei Übergewicht als Folge einer schweren seelischen Belastung (Scheidung der Eltern, Tod eines Elternteils, chronische Krankheiten von Familienmitgliedern)

  5. -Bei überzogenen Leistungsansprüchen an das eigene Ich, durch die laufend Mißerfolge vorprogrammiert sind.

In der Regel sollte der behandelnde (Kinder-)Arzt über die Notwendigkeit der Psychotherapie entscheiden, und meist wird in diesen Fällen auch eine stationäre Behandlung (=Kur) am Anfang aller Bemühungen stehen.

Bei psychisch belasteten Kindern wirkt oft schon der Milieuwechsel Wunder. An den stationären Aufenthalt schließen sich oft längerfristige Psychotherapien an, um eine erfolgreiche Nachbehandlung ohne Rückfälle zu garantieren. Hierbei ist ebenfalls die Mitwirkung der Eltern von entscheidender Bedeutung.
 

5.1 Wann ist eine Psychotherapie notwendig 5.3 Wann ist eine ambulante Behandlung notwendig 5.4 Der positive Einfluß der Gruppe  5.5 So sichern Sie den Behandlungserfolg  5.6  Ich habe ein neues Kind: Positive Veränderung der Persönlichkeit

5.2 Wann ist eine stationäre Behandlung sinnvoll?

Da bei der Entstehung des Übergewichts eine Reihe von Faktoren ursächlich beteiligt sind, ist es sehr schwer, eine Gewichtsabnahme zu Hause erfolgreich durchzuführen.
Treffen viele der unten aufgefürten Faktoren zu, sollte eine stationäre Behandlung als „Initialzündung“ ins Auge gefaßt werden.

  • Übergewicht über 35 - 40

  • Auffällige Psyche, seelische Störungen

  • Suchthaftes Eßverhalten

  • "Brokenhome"-Belastungssituation in der Familie

  • Zusatzkrankheiten, z.B. orthopädische Leiden, Fettstoffwechselstörung

  • Die körperliche Leistungsfähigkeit ist bereits stark eingeschränkt

  • Der kontakt zu anderen Kindern ist bereits sehr mangelhaft

  • Der Einfluß von Spielkameraden ist negativ, d.h. überwiegend konsumorientiert, passiv

  • Die Schulleistung ist bereits beeinträchtigt

Offenkundig wird das tiefer sitzende Problem des Übergewichts von 50% aufwärts. Zu einem Kind mit diesem Ballast zu sagen: “Treibe mehr Sport, bewege dich mehr“, verkennt die Schwierigkeiten des Kindes völlig. Das Übergewicht wirkt da schon so behindernd, daß das Kind von sich aus kaum Sport treiben wird und es ihm unmöglich ist, mit Gleichaltrigen in puncto Schnelligkeit, Wendigkeit oder Ausdauer mitzukommen. Auch in einem Sportverein wird man in der Regel nicht die Rücksicht vorfinden, die nötig wäre, wieder Anschluß zu finden und Spaß am Sport und ander Bewegung zu bekommen.

Dies gelingt am besten im Schonraum einer Reha-Klinik für Kinder und Jugendliche, wo viele Leistungsschwache zusammenkommen. Geschulte Sporttherapeuten fördern dort das Kind entsprechend seiner Leistungsfähigkeit durch dosierte Belastung. Entsprechend der Vielfalt der Belastungsfaktoren bemüht sich ein Therpeutenteam um das in vieler Hinsicht beeinträchtigte Kind. Ein Beispiel: Wenn ein Kind in Folge der Scheidung der Eltern seelische Störungen entwickelt, suchthaft nascht, dick wird und in seinen schulischen Leistungen nachläßt, benötigt man zur Aufarbeitung der Problematik Psychologen, evtl. Heilpädagogen, Diätassistenten, Sportthrapeuten, Ärzte und eine Schulstation, in der nicht noch zusätzlich Druck ausgeübt wird.

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5.3 Wann ist eine ambulante Behandlung sinnvoll?

Bei günstigen familiären Bedingungen, guter Motivation des Kindes zur Gewichtsabnahme und nicht zu großem Übergewicht (unter 40%) kann die Behandlung zu Hause versucht werden. Daraus geht bereits hervor, daß man nicht zu lange warten sollte, die Gewichtsreduktion eines adipösen Kindes anzustreben. Auf den oft auch von ärztlicher Seite geäußerten Spruch „Das verwächst sich schon noch“, sollte man lieber nicht bauen. Richtig ist allerdings, daß einer der günstigsten Behandlungszeitpunkte im Leben eines Kindes die Vorpubertät oder beginnende Pubertät ist, also das Alter zwischen 10 und 13 Jahren. In dieser Lebensphase ist das Wachstum gesteigert; außerdem ist bereits Verständnis da für die notwendigen Therapiemaßnahmen und oft manifestiert sich schon die persönliche Eitelkeit. Sie kann als Triebfeder für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme durchaus genutzt werden. Die mit der Diät verbundene Frustration und die anfängliche „Quälerei“ beim Sport können durch gute Motivation und verstandesmäßige Fixierung des Kindes auf sein Fernziel - einer „annehmbaren“ Figur - am ehesten toleriert werden. Es genügt oft , wenn ein Kind mit mäßigem Übergewicht für den Zeitraum eines Jahres sein Gewicht halten kann. In der Pubertätsphase sind 10cm Wachstum pro Jahr keine Seltenheit. Bei Gewichtsstillstand bedeutet dies, daß sich 10 kg Übergewicht im Laufe eines Jahres tatsächlich verwachsen können. Günstige Aussichten also bei Kindern in der Pubertätsphase!

Bei folgenden günstigen Rahmenbedingungen und nicht zu extremem Übergewicht kann eine ambulante Behandlung erfolgreich sein.

  • Übergewicht unter 35 - 40%

  • Psyche unauffällig

  • Eßverhalten nicht außergewöhnlich

  • Familiensituation hormonisch und geordnet

  • Keine Zuckerkrankheiten

  • Sport noch gut möglich

  • Guter Kontakt zu anderen Kindern

  • Versorgung durch die Eltern

  • Einfluß von Spielkameraden positiv; d.h. aktivierend

  • Schulische Leistungen normal

Günstig ist dabei der Einfluß einer Gruppe beim „abspecken“.

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  5.4 Der positive Einfluß der Gruppe

Die Arbeit in und mit einer Gruppe ist das Gegenteil von Isolation. Damit ist der Anschluß eines Kindes an eine Gruppe bereits Teil der Therapie, da bei den dicken Kindern die Isolation im Vordergrund steht. Die natürliche Gruppe ist die Familie, sie ist daher als erste gefordert. Gemeinsame Ausflüge, Wanderungen, Unterstützung der Diät bzw. Mitmachen bei der Reduktionskost, helfen dem Kind ganz wesentlich. Desweiteren sollten Vereinsangebote für den Sport (Schwimmverein, Radfahrclub, Skiclub, Wanderverein, Tanzsportgruppe usw.) genutzt werden. Schulsport alleine genügt nicht, er ist ohnehin ein „Stiefkind“ vieler Kultusministerien. Sportarten die der Neigung des Kindes entsprechen, sollten ausgesucht werden, wobei mindestens zweimal die Woche zusätzlich zum Schulsport trainiert werden muß.
 

Eine außerordentlich hilfreiche Maßnahme ist eine Therapiegruppe. Engagierte Eltern, Ökotrophologen der Krankenkassen und Kinderärzte können im Schulterschluß das Problem der ambulanten Gewichtsabnahme am ehesten meistern, wenn regelmäßige Treffen mit den Kindern erfolgen. Im Idealfall laufen Ernährungsprogramm, Sportprogramm, pädagogische und psychologische Führung der Kinder zu einem großen Teil über diese Therapiegruppe. Das setzt freilich die Mitwirkung von Fachleuten voraus. Unter richtiger Anleitung ist die Diätgruppe der sicherste und beste Weg zur ambulanten Gewichtsreduktion.  

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5.5 So "sichern" Sie den Behandlungserfolg

Um den Behandlungserfolg zu sichern, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Regelmäßige Gewichtskontrolle

  • Weiterhin kontrollierte Nahrungszufuhr und bewußte Nahrungsaufnahme

  • Festes Bewegungsprogramm: 2 -3 x wöchentlich (Ausdauer)Sport

  • Aktive Wochenendgestaltung

  • Auf`s Auto verzichten, wo es geht

  • Statt Konsumverhalten aktive, kreative Lebensgestaltung fördern

  • Sitzzeiten auf das nötige Minimum reduzieren (Schule, Hausaufgaben)

  • Wenn nötig Fernseher und Video aus der Wohnung eliminieren, zumindest dosieren

  • Eltern sollten Kindern Vorbild sein!

  • Pflege "altmodischer Tugenden": Selbstüberwindung, Bescheidenheit, Idelismus, Naturverbundenheit

Bei der Betrachtung dieser Zusammenstellung wird klar, daß wir die ursprünglich vielleicht etwas enge Sichtweise von Übergewicht, zuviel Speck, Bilanzproblem, Abspecken, Diät, Abtrainieren etc. längst verlassen haben.Das problem bei der Entstehung von Übergewicht, und der Weg, es wieder erfolgreich zum Verschwinden zu bringen, ist letztlich eine Frage der gesamten Lebensweise. Es dreht sich darum, das Kind von einer passiven, konsumorientierten Lebensweise zu einem aktiven, kreativen Lebensstil zu führen. Wenn es gelingt, das Kind aus seiner Passivität herauszuführen, werden sich selbstbestätigende Erfolgserlebnisse von selbst einstellen. Dazu ist es erforderlich, nicht allen Annehmlichkeiten der modernen Industriegesellschaft zu blind verfallen, sondern an der eigenen Entwicklung zu arbeiten. Es kommt also drauf an, sich an neuen Werten zu orientieren,auch wenn sie im Kern vielleicht altmodisch sind

Ein Beispiel: Wenn das Erlebnis einer beschwerlichen Wanderung höher steht als das einer Kaffeefahrt mit dem Auto, ist bereits ein persönlicher Wertewandel vollzogen. Wenn es gelingt, eine kritische Einstellung zu Fernshen zu entwickeln, bedeutet dies schon Distanz zum gedankenlosen, geistigen Konsumverhalten und Einschränkung stundenlanger Bewegungsfaulheit. Weiterer positiver Nebeneffekt: Auch die Berieselung mit Werbung, die unter anderem auch ein Leben im Schlaraffenland der Annehmlichkeiten propagiert, reduziert sich. Eltern müssen Kindern ein Vorbild sein!

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  5.6 Ich hab ein neues Kind: Positive Persönlichkeitsveränderung

Hier sind noch einmal die wesentlichen Veränderungen aufgeführt, die sich bei einem ehemals dicken Kind einstellen, wenn eine Behandlung erfolgreich verlaufen ist. Manche dicken Kinder sind nach einer Gewichtsabnahme von 20 - 30 kg nicht wiederzuerkennen - im positiven Sinne.

Vor der Therapie Nach der Therapie
Gewicht: Ballast

entlastete
Körper: unförmig

"gute Figur"
Stimmung: gedrückt

fröhlich
Laune: negativ

positiv
Psyche: belastet

entlastet
Bewegung: schwerfällig 

leichtfüßig
sozial: isoliert

kontaktfreudig
Leistung: eingeschränkt

optimal
Persönlichkeit: Minderwertigkeitsgefühle 

Selbstbewußtsein

Alle Veränderungen einer erfolgreichen Adipositastherapie haben eine positive Richtung und potentieren sich gegenseitig zu einem äußerst positiven Persönlichkeitsbild!

 

 

 

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