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Einführung Dr.med.Langhof

Einführung in die Ernährungslehre

Ernährungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

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Abnehmen leicht gemacht

Wie kommt es zu Übergewicht bei Kindern

Zur Klinik Schönsicht, Berchtesgaden Kind-Mutter-Klinik

Email an Gerhard Reuter

 

 

 

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2.1 Was kann ich zu Hause mit der Ernährung tun?

2.2 Reduktionskost, Energie, Verteilung der Mahlzeiten  2.3 Nährstoffe  2.4 Auswahl der Nahrungsmittel 2.5 Das Problem mit den Süßigkeiten 2.6 Wenn eine Diät gelingen soll

Um der Überernährung bei Kindern zu Hause gezielt zu begegnen, müssen langfristig die Energieaufnahme durch Essen und Trinken dosiert reduziert sowie der Energieverbrauch durch Sport und Spiel erhöht werden. Beide Maßnahmen bewirken - vor allem in Kombination angewandt - eine Verringerung des Fettdepots, da der Körper jetzt von seinen Reserven zehren muß. Das Ausmaß des Erfolgs, also der Gewichtsverlust, ist um so größer, je niedriger die Energieaufnahme und je höher der Energieverbrauch sind. Dennoch sind Radikalkuren für Kinder absolut ungeeignet; auch von körperlicher Überanstrengung muß dringend abgeraten werden. Der kindliche Organismus ist durch seine Wachstums- und Entwicklungsvorgänge noch sehr empfindlich; jede Art von Übertreibung würde hier also mehr schaden als nützen. Der Faktor „Zeit„ ist demgegenüber von Bedeutung, für Gesundheit und Wohlbefinden sind geringe Gewichtsverluste über längere Zeit, oft auch schon ein konstanthalten des Gewichts während einer Wachstumsphase das geeignete Mittel.

Auch einseitige Ernährungsformen sind für Kinder nicht zu empfehlen, da hier lebenswichtige Nährstoffe viel zu kurz kommen und ein Mangel sich schädlich auf die Gesundheit des Kindes auswirkt.
Blitz- und Crashdiäten, für Erwachsene jede Woche in den Illustrierten zu finden, sollten ebenfalls nicht bei Kindern eingesetzt werden, weil sie einerseits ebenfalls zu wenige Nährstoffe enthalten und andererseits durch schnelle Gewichtsabnahme (zunächst überwiegend Wasserverlust) den kindlichen Organismus zu sehr belasten.

Das Mittel der Wahl ist bei Kindern also eine langsame und schonende Gewichtsreduktion durch speziell an die kindlichen Bedürfnisse angepaßte Diätformen und dosierte Erhöhung der Bewegung.

  2.2 Reduktionskost, Energie und Mahlzeitenverteilung

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Je nach Alter und individuellem Bedarf sollte man bei Kindern (in Absprache mit dem Arzt) eine gelinde Reduktionskost mit etwa 1.000 bis 1.500 kcal pro Tag durchführen. Bei Jugendlichen darf die Energiezufuhr gegebenenfalls auch höher sein. Oberstes Ziel muß es sein, längerfristig eine Gewichtsnormalisierung zu erzielen, also nicht der Wochenerfolg ist ausschlaggebend, sondern die Entwicklung über Monate. Dabei sollte das Längenwachstum einbezogen werden, wodurch auch bei Gewichtskonstanz ein „Schlanker-werden“ eintritt

Während dieser Zeit soll das Kind richtige Eßgewohnheiten erlernen, sein falsches Verhalten erkennen und korrigieren, was natürlich nur durch geduldige Führung von außen und vorbildhaftes Verhalten der Familie oder Betreuer zu erreichen ist. Wert ist auf eine regelmäßige Nahrungsaufnahme zu legen, um die Energie- und Nährstoffzufuhr möglichst gleichmäßig über den Tag zu verteilen; neben den drei Hauptmahlzeiten gibt es jeweils vormittags (in der Schule/Kindergarten) und nachmittags einen Imbiß, um zu große Abstände zwischen den Mahlzeiten - und damit zu großes Hungergefühl - zu vermeiden. Außerdem hilft dieser Tages-Ernährungsrhythmus, Leistungs- und Konzentrationsabfall durch z.B. zu niedrigen Blutzuckerspiegel bei leerem Magen oder nach Sport und Spiel zu vermeiden.

Auf eine ausgewogene und ausreichende Nährstoffzufuhr ist zu achten. Gegebenenfalls sollten bei einer längeren Diätdauer gezielt Vitamine und Mineralstoffe substituiert werden. Das regelmäßige Führen einer Gewichtstabelle oder -kurve verdeutlicht optisch den Erfolg und hilft den Kindern, motiviert durchzuhalten

  2.3 Nährstoffe

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Der menschliche Organismus, egal welcher Altersstufe, benötigt bestimmte Nährstoffe in bestimmter Menge und Ausgewogenheit, um gesund und funktionsfähig zu bleiben. Diese Nährstoffe, die über eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung ausreichend zuzuführen sind, erfüllen lebenswichtige Funktionen. Durch das Fehlen, bzw. die unzureichende Zufuhr eines oder mehrerer Nährstoff kommt es langfristig fast immer zu schweren Gesundheitsstörungen, die vor allem im Wachstumsalter zu dauerhaften Schäden führen können.

Die Aufgaben der Nährstoffe:
Fett Kohlenhydrate und Eiweiß liefern zunächst die zum Leben benötigte Energie, haben darüber hinaus aber auch wichtige Aufgaben als Baustoffe zu versehen (z.B. als Muskeleiweiß). Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sorgen dafür, daß der Stoffwechselabbau funktioniert. Sie regeln Körpervorgänge und dienen zum Teil auch als Baustoffe, z.B. das Calcium in Knochen und Zähnen. Balaststoffe regulieren die Darmtätigkeit, indem sie durch Vergrößern des Stuhlvolumens für regelmäßige Verdauung sorgen und vor Verstopfung schützen. Das Wasser schließlich ist mengenmäßig der bedeutendste Nährstoff überhaupt, da ohne Wasser Lebensvorgänge sehr schnell unmöglich werden. Wasser dient als Lösungs- und Transportmittel für andere Nährstoffe sowie körpereigene Stoffe und erfüllt auch als Baustoff, z.B. in den Zellen, eine lebenswichtige Funktion. Etwa 2/3 unseres Körpers bestehen aus Wasser, bei Kindern liegt der Wasseranteil sogar noch höher. Aus diesem Grund ist neben einer ausreichenden Nährstoffaufnahme vor allem auch während einer Reduktionskost auf eine genügend große Flüssigkeitsaufnahme zu achten, eine Trinkmenge (möglichst kalorienfrei) von 1,5 bis 2 Liter pro Tag ist dringend anzuraten.

2.4 Nahrungsmittelauswahl

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Die vom Körper benötigten Nährstoffe werden in der Regel ja nicht isoliert aufgenommen, sondern über Nahrungsmittel zugeführt. Zur Deckung des Bedarfs muß die Ernährung möglichst ausgewogen und abwechslungsreich gestaltet werden. Über gezielte Nahrungsmittelauswahl sollte man zur Vollwertigkeit der Ernährung gelangen.

Besonders zu beachten ist ein möglichst niedriger Fettgehalt der Nahrung durch sparsamen Umgang mit Koch- und Streichfetten sowie die bevorzugte Auswahl magerer Produkte, vor allem bei Fleisch- und Wurstwaren, Milch(produkten), Käse und Fisch. Mit Zucker und zuckerhaltigen Speisen und Getränken sollte das übergewichtige Kind möglichst wenig in Kontakt kommen. Gegebenenfalls dürfen Sie mit Süßstoff süßen und damit gesüßte „Lightprodukte“ gelegentlich einsetzen (z.B. bei Getränken). Wegen der hohen Nährstoffdichte für Vitamine, Mineralstoffe und Balaststoffe sind Vollkornprodukte bei Brot, Nudeln, Reis und Backwaren zu bevorzugen; beim Fertigmüsli ist darauf zu achten, daß es möglichst kalorienarm und zuckerfrei ist. Als Getränke eignen sich am besten Mineralwasser und Früchtetees, gelegentlich auch mit Mineralwasser verdünnte Fruchtsäfte. Milch ist für Heranwachsende wegen ihres hohen Calciumgehalts sehr wichtig, deshalb sollte täglich etwa ½ Liter fettarme Milch getrunken werden; auch sollten magerer Käse, Quark und Joghurt regelmäßig auf dem Speisenplan stehen. Salate und Rohkost sollten zu keiner Mahlzeit fehlen, da sie zum einen gut sättigen und die Verdauung anregen, zum anderen wertvolle Lieferanten von Mineralstoffen, Vitaminen und Balaststoffen sind. Obst eignet sich gut als Zwischenmahlzeit oder süßer Abschluß einer Mahlzeit.

2.5 Das Problem mit den Süßigkeiten

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Wissenschaftliche Untersuchungen haben eindeutig bestätigt, daß die geschmackliche Vorliebe für „süß“ angeboren ist. Bereits Säuglinge reagieren darauf. Verständlich ist deshalb das Verlangen von Kindern (und vielen Erwachsenen) nach süßen Nahrungsmitteln und Getränken.Generell ist dagegen nichts einzuwenden, nur das Maß muß stimmen. Wenn das Verlangen nach Süßem suchthaften Charakter annimmt, wenn man sich damit tröstet, Probleme „herunterzuschlucken“ versucht oder Ärger vertreiben will, ist schnell der Punkt erreicht, an dem die Ernährung unausgewogen wird, Übergewicht droht und nicht zuletzt die Zähne leiden.

Häufig wird übermäßiger Süßigkeitenkonsum auch durch falsches Verhalten der Erwachsenen anerzogen:
Etwa das süße Mitbringsel der Oma, die Tafel Schokolade als Trost für ein aufgeschlagenes Knie, die Süßigkeiten der Eltern als Betthupferl, wenn sie ausgehen usw. Süßigkeiten gänzlich verbieten, dürfte kaum gelingen, aber sie müssen dosiert und eingeteilt werden;ein normalgewichtiges Kind darf höchstens 150 -200 kcal pro Tag durch Süßigkeiten zuführen, übergewichtige noch weniger.Süßigkeiten dürfen nie Erziehungshilfen sein, sie sollten nie als Trost, Ersatz, Belohnung oder Beruhigung herangezogen werden. Elterliche Zuwendung ist wichtiger. Um das geschmackliche Bedürfnis nach „süß“ zu befriedigen, gibt es auch gesunde Alternativen: Obst, verdünnte Fruchtsäfte, Milchprodukte mit (ungezuckerten) Fruchtzubereitungen und in Maßen Süßstoff und damit gesüßte Speisen und Getränke (z. B. „Light“- Getränke). Falsch wäre es jedoch, diese künstlich gesüßten Produkte in unbegrenzter Menge zu gestatten, da damit das Ernährungsverhalten nicht geändert wird; besser ist es, sie als Ausnahme zuzulassen, aber ansonsten dem Kind zu zeigen, dass etwas weniger süß auch gut schmecken kann.

  2.6 Wenn eine Diät gelingengen soll ...

2.1 Ernährung zu Hause  2.2 Reduktionskost, Energie, Verteilung der Mahlzeiten  2.3 Nährstoffe  2.4 Auswahl der Nahrungsmittel 2.5 Das Problem mit den Süßigkeiten 2.6 Wenn eine Diät gelingen soll

Oft ist es ein weiter Weg, einem übergewichtigen Kind (wieder) zu einer „nornalen“ Figur zu verhelfen. Eltern, Betreuer und das gesamte Umfeld müssen dabei geduldig mithelfen, denn alleine kann das kein Kind schaffen. Immer wieder muß das Kinsd motiviert werden, die neue Ernährung/Diät durchzuhalten, muß bei Gewichtsstillstand oder Rückschlägen getröstet werden und soll letztendlichdurch das vorbildhafte Verhalten seiner Bezugspersonen erkennen, daß es nicht alleine dasteht, sondern daß die anderen sich auch gesünder ernähren. Das Ernährungsverhalten der gesamten Familie sollte sich bessern; so könnten andere übergewichtige Familienmitglieder gemeinsam mit dem Kind abnehmen und so dazu beitragen, daß das übergewichtige Kind nicht in eine Außenseiterrolle gedrängt wird. Gesundes, kalorienarmes Essen darf nicht zum zentralen (nervenden) Familienthema werden, sondern muß ganz normal in den Alltag eingebaut werden.

Allen Beteiligten muß klar werden, daß eine langsame, aber konsequente Ernährungsumstellung am erfolgversprechendsten ist, die dauerhaft zum Abbau von überflüssigen Pfunden führt. Geduld ist also gefragt, Bemühungen und Erfolg müssen belohnt werden (aber nicht mit Süßigkeiten); z.B. durch gemeinsame familiäre Unternehmungen, möglichst verbunden mit Sport, Spiel und Bewegung. Konsequente Kontrolle von Gewicht und Größe müssen zur Gewohnheit werden; kleinen Rückschlägen muß sofort wieder durch gezielte Maßnahmen begegnet werden, denn 1 kg Gewichtszunahme ist schneller zu beseitigen als 5 kg !
 

 

 

 

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