Klinische Psychologie
1. Allgemeine Hinweise
Wir behandeln Kinder im Vorschulalter in Begleitung eines Elternteils sowie Schulkinder und Jugendliche. Die Klinik versteht sich als psychotherapeutische und verhaltensmedizinisch qualifizierte Reha-Klinik. Sie bietet verhaltenstherapeutische Behandlung in Form von Einzel- und Gruppensitzungen an. Außerdem methodenübergreifend Kunsttherapie, Heilpädagogik und Frühförderung. Wegen der zahlreichen Anfragen und damit für den jeweiligen Patienten die erforderlichen Behandlungskapazitäten zur Verfügung sind, ist eine telefonische Voranfrage erforderlich. In dieser werden die weiteren Schritte für die Anmeldung abgeklärt.
2. Gründe für eine stationäre Psychotherapie:
Folgende Punkte können Ihnen helfen, die Entscheidung zu treffen, ob für Sie und / oder Ihr Kind eine stationäre Psychotherapie in Frage kommt.
- Wenn längere ambulante Behandlungsversuche nicht ausreichen, oder nicht greifen, obwohl keine Durchführungsmängel erkennbar sind
- Wenn ein Kind so sehr in die Problematik (schulisches Mobbing) verstrickt ist, dass ein Milieuwechsel erforderlich ist, damit überhaupt eine Entspannung stattfinden kann.
- Wenn Eltern das Gefühl haben, dass sie mit ihren Bemühungen ihr Kind nicht mehr beeinflussen und lenken können
- Wenn bei Patienten ein Leidensdruck besteht, z.B. weil er nicht in der Lage ist, Freunde zu finden und sich deshalb immer mehr zurückzieht
- Wenn vom Patienten der Alltag (z.B. regelmäßiger Schulbesuch wegen Bauchweh) nicht mehr geleistet werden kann
- Wenn Kinder alltägliche Dinge (z.B. mit 12 Jahre alleine schlafen), die andere in ihrem Alter aber längst können, nicht schaffen
- Wenn notfallpsychologische Maßnahmen wegen einer akuten Krisensituation (z.B. Verlust einer nahen Bezugsperson) erforderlich sind
- Wenn Eltern das Gefühl haben, dass ein normales Verhalten (z.B. Angst) bei ihrem Kind gegenüber anderen zu oft und zu intensiv auftritt
- Wenn im Lebensumfeld des Kindes und Jugendlichen keine ambulante Psychotherapiemöglichkeit in zumutbarer Entfernung verfügbar ist.
Krankheitsbilder
Unsere Spezialisierung liegt auf der Behandlung folgender Krankheitsbilder:
Kindertypische Angststörungen, z.B. Störung mit Trennungsangst, Störung mit
Kontaktvermeidung, Störung mit Überängstlichkeit
Angststörungen die für Kinder und Jugendliche gültig sind: z.B. Panikstörungen, phobische Störungen und generalisierte AngstStörungen
Depressive Erkrankungen: außer wenn die Kriterien der Major Depression oder der zyklothymen Störung erfüllt sind. Bei einer schweren suizidalen Krise ist die Aufnahme in einem psychiatrischen Krankenhaus erforderlich.
Chronische Krankheiten: Asthma und Neurodermitis, vor allem dann, wenn sich der Patient (z.B. wegen der rebellischen Jugendphase) nicht an das vorgegebene ärztliche Behandlungsregime hält, so dass schwere körperliche Langzeitschäden zu befürchten sind.
Psychische Störungen mit körperlicher Symptomatik/Krankheiten mit Organveränderungen: Asthma bronchiale, Colitis ulcerosa, Neurodermitis, Ulcus, somatoforme Störungen, Bauchschmerzen, Essstörungen, Bulimia nervosa, Adipositas, Anorexia nervosa, EssStörungen des Kindesalters, Enuresis und Enkopresis
3. Behandlungskonzept
Das Behandlungskonzept ist kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientiert. Die Verhaltenstherapie ist gut erprobt und verfügt über ein weit reichendes Spektrum von wirksamen Behandlungsmöglichkeiten. Sie versucht nicht nur das beobachtbare Verhalten eines Patienten zu beeinflussen, sondern auch das verinnerlichte Sprechen, damit sich der Patient im Alltag durch geeignete Selbstanweisung besser steuern kann.
Den Schwerpunkt der Behandlung legen wir darauf, dem Patienten direkt bei der Bewältigung eines aktuellen
Problems zu helfen. Damit es zu einer Stabilisierung des Patienten kommen kann, sorgen wir dafür, dass die
vereinbarten Behandlungsziele vom gesamten Team (Psychologen, pädagogische Therapeuten, Pädagogen,
Sporttherapeuten, Ärzten) mitgetragen werden.
Wir legen größten Wert darauf, mit Hilfe der Pädagogen, die in der Gruppe tätig sind, den Patienten zusätzlich
während seiner Alltagsbewältigung so zu unterstützen, dass er besser in der Lage ist, sein in der Therapie
erlerntes Verhalten in die natürliche Lebenssituation zu übertragen. Es findet auch in vivo Therapie statt.
Das bedeutet, dass wir direkt die Situation mit dem Patienten aufsuchen, wo seine Schwierigkeit aktualisiert
wird, z.B. bei sozialer Phobie die Kinder-Disco oder z.B. bei Agoraphobie das Kaufhaus.
4. Behandlungserfolg und Nachsorge
Die Behandlung ist darauf ausgerichtet, unter Einbezug des sozialen Systems des Patienten Schutzfaktoren aufzubauen und Risikofaktoren zu minimieren. Parallel dazu aktivieren wir für den Patienten und auch für seine Eltern Hilfsangebote direkt am Heimatort.
5. Aufenthaltsdauer
Die Entscheidung bezüglich der voraussichtlichen Aufenthaltszeit soll nicht weniger als 6 Wochen sein und wird ausschließlich am individuellen Fall mit den Eltern, dem ärztlichen Direktor und der psychologischen Abteilung abgesprochen.