 4.2 Selbstbestätigung und Lob
4.1 Ohne Motivation geht es nicht
Zur Feststellung des Übergewichts bedient sich der Kinderarzt alters-
und größenentsprechender Gewichtstabellen. Ein Kind das abnehmen soll, muß das Ziel der
Bemühungen klar vor Augen haben. Fettsucht bei Kindern beginnt bei einem Übergewicht von
15 - 20% über dem Sollgewicht. bei einem Sollgewicht von 45 kg liegt die
20%-Übergewichtsgrenze bei 54 kg.
Wiegt das Kind tatsächlich 75 kg bei einem Sollgewicht von 45 kg, so
müßte zumindest versucht werden, unter die 20 %-Übergewichtsgrenze von 54 kg zu kommen.
Das Ziel ist in diesem Fall mindestens 21 kg abzunehmen.
Es ist klar, daß dies einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Diät und
Sportprogramm müssen mindestens ein Jahr konsequent durchgehalten werden. Sinnvoll ist
es, Nahziele der Gewichtsabnahme festzulegen. Eine Gewichtsabnahme von 21 kg erscheint
Kind und Eltern zunächst oft unerreichbar; daher sollten zunächst die ersten 5 kg
angepeilt werden.
Unabdingbar für dieses Vorgehen ist die Gewichtskontrolle (2 x
wöchentlich) und das Anlegen einer Gewichtskurve auf Millimeterpapier. Die Gewichtskurve
ist die laufende Erfolgskontrolle des sich bemühenden Kindes und führt einerseits das
bereits Erreichte ständig vor Augen, andererseits ist ersichtlich, wieviel noch
abgenommen werden soll. Diese Aufzeichnung sollte an einer Stelle aufgehängt werden, wo
sie ständig im Blickfeld ist, z.B. über dem Bett des Kindes.
4.1 Ohne Motivation geht es nicht
4.2 Selbstbestätigung und Lob
Es ist immer wieder eindrucksvoll, wie gut sich Kinder zu einer
Gewichtsabnahme motivieren lassen, wenn die Aufgabe richtig angepackt wird. Schließlich
ist es ja so, daß die meisten dicken Kinder sich in ein Schneckenhaus zurückgezogen
haben, da sie durch ihr Übergewicht laufend Mißerfolge und Spötteleien einheimsen.
Bei kleineren Kindern, die oft alleine zu Hause gelassen erden, macht
sich Langeweile breit. Die Folge: Sie futtern in sich hinein (Kummerspeck).
Aus diesem fehlerhaften Kreislauf aus Übergewicht, Frustration, Essen aus Langeweile und
weiterer Gewichtszunahme müssen sie herausgeholt werden. Kinderarzt, Eltern, Pädogogen
und sportliche Übungsleiter sollten hier an einem Strang ziehen. Jeder kleinste Erfolg
einer Gewichtsabnahme oder bei der sportlichen Leistung ist zu würdigen. Dicke Kinder
sind oft geradezu süchtig nach Lob oder einem ehrlichen Kompliment - sie erfahren
üblicherweise ja meist das Gegenteil. Die Eltern sollten sich für Gewichtsverlauf und
Aussehen des Kindes interessieren und auch körperliche Leistungsfortschritte
registrieren. Nochmals: Niemals mit Lob sparen! Persönliche Zuwendung kann Wunder wirken.
Geschenke für erbrachte Leistungen können sinnvoll sein. Für viele
Kinder ist es aber wichtiger, daß sich die Eltern Zeit nehmen und sich nicht
loskaufen. Es empfiehlt sich aber auch, vor Beginn einer Gewichtsreduktion ein
Photo des Kindes im Badeanzug oder in der Badehose zu machen, um den Ausgangszustand
objektiv festzuhalten. Bei erfolgreicher Gewichtsabnahme ergibt das Betrachten der
ursprünglichen Fülle immer wieder von neuem einen Motivationsschub, wenn das Kind sieht,
wie unmöglich es früher ausgesehen hat.
Beim Sport ergibt sich durch das Wiederholen von Tests ein für das
Kind offenkundiger Leistungsfortschritt, z.B. schnellere Zeiten beim 50-Meter-Lauf oder
beim Geschicklichkeitsparcour, mehr Wiedeholungen beim Zirkeltraining oder eine längere
Strecke beim Dauerlauf usw. Diese Selbsterfahrung des persönlichen Fortschritts und
Leistungvermögens ist der Schlüssel für dauerhaften Erfolg.
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