 3.2 Empfehlenswerte
Sportarten 3.3
So trainiere ich richtig
3.1 Bewegung als Therapie
Ein Mensch in Ruhe verbrennt zum Erhalt seiner
Körperwärme und Körperfunktionen Energie. Man rechnet pro Stunde und Kilogramm
Körpergewicht 1 Kilocalorie; also ergibt dies bei einem Körpergewicht von 70 kg 70
Kilokalorien pro Stunde bzw. in 24 Stunden 1680 Kalorien (=Grundumsatz). Ein Mensch in
körperlicher Ruhe nimmt bereits ab wenn er weniger Kalorien pro Tag zu sich nimmt, als
seinem persönlichen Bedarf entspricht.
Durch Bewegung kann der Kalorienbedarf deutlich gesteigert werden. Für
das Maß der verbrauchten Energie (in Kilokalorien) ist die Dauer und Intensität der
Belastung entscheidend sowie die bewegte Muskelmasse. Deswegen verbrennen wir beim Laufen
ein Vielfaches der Energie, die wir beim Gehen verbrauchen,und bei langen Belastungen mehr
als bei kurzen. Um durch Bewegung abzuspecken, muß man sich mehrere Stunden pro Woche
bewegen. Dies spricht für Ausdauersportarten wie Wandern, Jogging, Skilanglauf,
Radfahren, Schwimmen, Bergwandern ect.
Jedoch wird im allgemeinen der fettverzehrende Effekt des Trainings überschätzt, da
für ein hoher Energieverbrauch beachtliches geleistet werden muß. So müßte ein 70
Kilogramm schwerer Jugenlicher z.B. 9 Kilometer in der Stunde laufen bzw. skilanglaufen,
um ca. 600 Kalorien zu verbrauchen, der Ungeübte jedoch schon bei wesentlich geringerer
Anstrengung ins Schwitzen bzw. außer Atem kommt.
3.1 Bewegung als Therapie 3.3 So trainiere ich richtig
3.2 Empfehlenswerte Sportarten
Ein Übergewicht von 30 - 40% und mehr schränkt die
Bewegungsmöglichkeiten bereits erheblich ein. Es ist also absurd, zu einem
übergewichtigen Kind zu sagen:Treibe mehr Sport und du wirst schon schlanker!
Wie soll ein Kind mit 30 kg Übergewicht Dauerlaufen oder Bergwandern?
Es empfiehlt sich daher, bereits im Alltag mit mehr Bewegung anzufangen, nicht erst
künstlich mittels Sport. Einkäufe bzw. Besorgungen sollten zu Fuß oder mit dem Fahrrad
gemacht werden. Beim Sport ist es entscheidend, was der Einzelne aufgrund seines
Übergewichtes überhaupt noch leisten kann. Daher sollten hier Sportarten eingesetzt
werden,bei denen das Körpergewicht relativ wenig ins Gewicht fällt (z.B. Tanzen,
Gymnastik, Schwimmen, Tischtennis, Faustball, Wandern, Radfahren, Skilauf, Krafttraining).
Das dicke Kind sollte zunächst den Sport betreiben, der ihm Spaß macht. Da Schulsport
und unregelmäßig in der Freizeit betriebener Sport in der Regel nicht ausreichen,
empfiehlt sich der Anschluß an einen Sportverein oder auch die Betätigung in einem
Sportstudio. Regelmäßigkeit und richtige Anleitung sind so gewährleistet.
3.1 Bewegung als Therapie 3.2 Empfehlenswerte
Sportarten
3.3 So trainiere ich richtig
Entscheidende Pfunde durch Sport kann ein dickes Kind nur verlieren,
wenn es gelingt, es vorsichtig zu Ausdauersportarten zu motivieren. Dazu zählen Gehen und
Wandern, Joggen, Trimm-Trab, Dauerlauf, Radfahren, Schwimmen, Skilanglauf, Bergwandern
etc. Hier gilt: Aller Anfang ist schwer, und die unterschiedlich schweren Leistungen
können nur in Form einer Stufenleiter genommen werden. Wer letzendlich Dauerlaufen will,
kann dies über schnelles Gehen bzw. Gehen mit dazwischengeschaltetem Jogging leichter
erreichen. Anfangs kurze Laufstrecken können mit steigender Kondition zunehmend
verlängert werden. Die Trainingseinheiten sollten anfangs 20 bis 30 Minuten nicht
übersteigen. Aufgrund des hohen Übergewichts besteht auch bei scheinbar geringen
Belastungen die Gefahr der Überbelastung. Am sichersten geht man mit regelmäßiger
Pulskontrolle. Diese läßt sich am elegantesten mit einer sogenannten Pulsuhr
bewerkstelligen.
Die Pulsuhr - auch Sporttester genannt - gibt einen Alarmton, wenn die
Herzfrequenz die zulässige Höhe überschreitet. Für den Sportler heißt dies: Tempo
drosseln!
Für die Gewichtsabnahme durch Sport ist diese Art der Pulskontrolle
ungemein wichtig. Denn nur wer sich nicht überlastet nimmt optimal ab. Fett verbrennt nur
durch Sauerstoff. Wenn man Atemnot bekommt, geht es mit der Fettverbrennung bergab. Die
Pulsuhr ermöglicht die richtige Tempowahl.
Längere Touren (Wanderungen, Radfahrten) erfordern Trink- und
Essenspausen. Die Zufuhr von Flüssigkeit (z.B. ein Gemisch aus Mineralwasser und
Apfelsaft) und Kohlenhydraten (z.B. Vollkornbrot, Äpfel, Bananen etc.) steht hier im
Vordergrund. Andernfalls drohen Schwächeanfall oder Kollaps durch Kreislaufstörungen
bzw. Unterzuckerung. Bei zu strenger Diät bzw. Nulldiät sind diese gefährlichen
Zustände vorprogrammiert. Schon aus diesem Grund sind diese drastischen Formen der
Gewichtsabnahme abzulehnen. |