 2.1
Was kann ich zu Hause mit der Ernährung tun?
2.2 Reduktionskost, Energie,
Verteilung der Mahlzeiten 2.3 Nährstoffe 2.4 Auswahl der Nahrungsmittel
2.5
Das Problem mit den Süßigkeiten 2.6 Wenn eine Diät gelingen soll
Um der Überernährung bei Kindern zu Hause gezielt zu begegnen,
müssen langfristig die Energieaufnahme durch Essen und Trinken dosiert reduziert sowie
der Energieverbrauch durch Sport und Spiel erhöht werden. Beide Maßnahmen bewirken - vor
allem in Kombination angewandt - eine Verringerung des Fettdepots, da der Körper jetzt
von seinen Reserven zehren muß. Das Ausmaß des Erfolgs, also der Gewichtsverlust, ist um
so größer, je niedriger die Energieaufnahme und je höher der Energieverbrauch sind.
Dennoch sind Radikalkuren für Kinder absolut ungeeignet; auch von körperlicher
Überanstrengung muß dringend abgeraten werden. Der kindliche Organismus ist durch seine
Wachstums- und Entwicklungsvorgänge noch sehr empfindlich; jede Art von Übertreibung
würde hier also mehr schaden als nützen. Der Faktor Zeit ist demgegenüber
von Bedeutung, für Gesundheit und Wohlbefinden sind geringe Gewichtsverluste über
längere Zeit, oft auch schon ein konstanthalten des Gewichts während einer
Wachstumsphase das geeignete Mittel.
Auch einseitige Ernährungsformen sind für Kinder nicht zu empfehlen,
da hier lebenswichtige Nährstoffe viel zu kurz kommen und ein Mangel sich schädlich auf
die Gesundheit des Kindes auswirkt.
Blitz- und Crashdiäten, für Erwachsene jede Woche in den Illustrierten zu finden,
sollten ebenfalls nicht bei Kindern eingesetzt werden, weil sie einerseits ebenfalls zu
wenige Nährstoffe enthalten und andererseits durch schnelle Gewichtsabnahme (zunächst
überwiegend Wasserverlust) den kindlichen Organismus zu sehr belasten.
Das Mittel der Wahl ist bei Kindern also eine langsame und schonende
Gewichtsreduktion durch speziell an die kindlichen Bedürfnisse angepaßte Diätformen und
dosierte Erhöhung der Bewegung.
2.2 Reduktionskost,
Energie und Mahlzeitenverteilung
2.1 Ernährung zu Hause
2.3
Nährstoffe 2.4 Auswahl der Nahrungsmittel 2.5 Das Problem mit den
Süßigkeiten 2.6 Wenn eine Diät gelingen soll
Je nach Alter und individuellem Bedarf sollte man bei Kindern (in
Absprache mit dem Arzt) eine gelinde Reduktionskost mit etwa 1.000 bis 1.500 kcal pro Tag
durchführen. Bei Jugendlichen darf die Energiezufuhr gegebenenfalls auch höher sein.
Oberstes Ziel muß es sein, längerfristig eine Gewichtsnormalisierung zu erzielen, also
nicht der Wochenerfolg ist ausschlaggebend, sondern die Entwicklung über Monate. Dabei
sollte das Längenwachstum einbezogen werden, wodurch auch bei Gewichtskonstanz ein
Schlanker-werden eintritt
Während dieser Zeit soll das Kind richtige Eßgewohnheiten erlernen,
sein falsches Verhalten erkennen und korrigieren, was natürlich nur durch geduldige
Führung von außen und vorbildhaftes Verhalten der Familie oder Betreuer zu erreichen
ist. Wert ist auf eine regelmäßige Nahrungsaufnahme zu legen, um die Energie- und
Nährstoffzufuhr möglichst gleichmäßig über den Tag zu verteilen; neben den drei
Hauptmahlzeiten gibt es jeweils vormittags (in der Schule/Kindergarten) und nachmittags
einen Imbiß, um zu große Abstände zwischen den Mahlzeiten - und damit zu großes
Hungergefühl - zu vermeiden. Außerdem hilft dieser Tages-Ernährungsrhythmus, Leistungs-
und Konzentrationsabfall durch z.B. zu niedrigen Blutzuckerspiegel bei leerem Magen oder
nach Sport und Spiel zu vermeiden.
Auf eine ausgewogene und ausreichende Nährstoffzufuhr ist zu achten.
Gegebenenfalls sollten bei einer längeren Diätdauer gezielt Vitamine und Mineralstoffe
substituiert werden. Das regelmäßige Führen einer Gewichtstabelle oder -kurve
verdeutlicht optisch den Erfolg und hilft den Kindern, motiviert durchzuhalten
2.3 Nährstoffe
2.1 Ernährung zu Hause
2.2
Reduktionskost, Energie, Verteilung der Mahlzeiten 2.4 Auswahl der Nahrungsmittel
2.5
Das Problem mit den Süßigkeiten 2.6 Wenn eine Diät gelingen soll
Der menschliche Organismus, egal welcher Altersstufe, benötigt
bestimmte Nährstoffe in bestimmter Menge und Ausgewogenheit, um gesund und
funktionsfähig zu bleiben. Diese Nährstoffe, die über eine ausgewogene,
abwechslungsreiche Ernährung ausreichend zuzuführen sind, erfüllen lebenswichtige
Funktionen. Durch das Fehlen, bzw. die unzureichende Zufuhr eines oder mehrerer Nährstoff
kommt es langfristig fast immer zu schweren Gesundheitsstörungen, die vor allem im
Wachstumsalter zu dauerhaften Schäden führen können.
Die Aufgaben der Nährstoffe:
Fett Kohlenhydrate und Eiweiß liefern zunächst die zum Leben benötigte Energie,
haben darüber hinaus aber auch wichtige Aufgaben als Baustoffe zu versehen (z.B. als
Muskeleiweiß). Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sorgen dafür, daß der
Stoffwechselabbau funktioniert. Sie regeln Körpervorgänge und dienen zum Teil auch als
Baustoffe, z.B. das Calcium in Knochen und Zähnen. Balaststoffe regulieren die
Darmtätigkeit, indem sie durch Vergrößern des Stuhlvolumens für regelmäßige
Verdauung sorgen und vor Verstopfung schützen. Das Wasser schließlich ist mengenmäßig
der bedeutendste Nährstoff überhaupt, da ohne Wasser Lebensvorgänge sehr schnell
unmöglich werden. Wasser dient als Lösungs- und Transportmittel für andere Nährstoffe
sowie körpereigene Stoffe und erfüllt auch als Baustoff, z.B. in den Zellen, eine
lebenswichtige Funktion. Etwa 2/3 unseres Körpers bestehen aus Wasser, bei Kindern liegt
der Wasseranteil sogar noch höher. Aus diesem Grund ist neben einer ausreichenden
Nährstoffaufnahme vor allem auch während einer Reduktionskost auf eine genügend große
Flüssigkeitsaufnahme zu achten, eine Trinkmenge (möglichst kalorienfrei) von 1,5 bis 2
Liter pro Tag ist dringend anzuraten.
2.4 Nahrungsmittelauswahl
2.1 Ernährung zu Hause
2.2
Reduktionskost, Energie, Verteilung der Mahlzeiten 2.3 Nährstoffe 2.5
Das Problem mit den Süßigkeiten 2.6 Wenn eine Diät gelingen soll
Die vom Körper benötigten Nährstoffe werden in der Regel ja nicht
isoliert aufgenommen, sondern über Nahrungsmittel zugeführt. Zur Deckung des Bedarfs
muß die Ernährung möglichst ausgewogen und abwechslungsreich gestaltet werden. Über
gezielte Nahrungsmittelauswahl sollte man zur Vollwertigkeit der Ernährung gelangen.
Besonders zu beachten ist ein möglichst niedriger Fettgehalt der
Nahrung durch sparsamen Umgang mit Koch- und Streichfetten sowie die bevorzugte Auswahl
magerer Produkte, vor allem bei Fleisch- und Wurstwaren, Milch(produkten), Käse und
Fisch. Mit Zucker und zuckerhaltigen Speisen und Getränken sollte das übergewichtige
Kind möglichst wenig in Kontakt kommen. Gegebenenfalls dürfen Sie mit Süßstoff süßen
und damit gesüßte Lightprodukte gelegentlich einsetzen (z.B. bei
Getränken). Wegen der hohen Nährstoffdichte für Vitamine, Mineralstoffe und
Balaststoffe sind Vollkornprodukte bei Brot, Nudeln, Reis und Backwaren zu bevorzugen;
beim Fertigmüsli ist darauf zu achten, daß es möglichst kalorienarm und zuckerfrei ist.
Als Getränke eignen sich am besten Mineralwasser und Früchtetees, gelegentlich auch mit
Mineralwasser verdünnte Fruchtsäfte. Milch ist für Heranwachsende wegen ihres hohen
Calciumgehalts sehr wichtig, deshalb sollte täglich etwa ½ Liter fettarme Milch
getrunken werden; auch sollten magerer Käse, Quark und Joghurt regelmäßig auf dem
Speisenplan stehen. Salate und Rohkost sollten zu keiner Mahlzeit fehlen, da sie zum einen
gut sättigen und die Verdauung anregen, zum anderen wertvolle Lieferanten von
Mineralstoffen, Vitaminen und Balaststoffen sind. Obst eignet sich gut als
Zwischenmahlzeit oder süßer Abschluß einer Mahlzeit.
2.5 Das Problem mit den Süßigkeiten
2.1 Ernährung zu Hause
2.2
Reduktionskost, Energie, Verteilung der Mahlzeiten 2.3 Nährstoffe 2.4
Auswahl der Nahrungsmittel 2.6 Wenn eine Diät gelingen soll
Wissenschaftliche Untersuchungen haben eindeutig bestätigt, daß die
geschmackliche Vorliebe für süß angeboren ist. Bereits Säuglinge reagieren
darauf. Verständlich ist deshalb das Verlangen von Kindern (und vielen Erwachsenen) nach
süßen Nahrungsmitteln und Getränken.Generell ist dagegen nichts einzuwenden, nur das
Maß muß stimmen. Wenn das Verlangen nach Süßem suchthaften Charakter annimmt, wenn man
sich damit tröstet, Probleme herunterzuschlucken versucht oder Ärger
vertreiben will, ist schnell der Punkt erreicht, an dem die Ernährung unausgewogen wird,
Übergewicht droht und nicht zuletzt die Zähne leiden.
Häufig wird übermäßiger Süßigkeitenkonsum auch durch falsches
Verhalten der Erwachsenen anerzogen:
Etwa das süße Mitbringsel der Oma, die Tafel Schokolade als Trost für ein
aufgeschlagenes Knie, die Süßigkeiten der Eltern als Betthupferl, wenn sie ausgehen usw.
Süßigkeiten gänzlich verbieten, dürfte kaum gelingen, aber sie müssen dosiert und
eingeteilt werden;ein normalgewichtiges Kind darf höchstens 150 -200 kcal pro Tag durch
Süßigkeiten zuführen, übergewichtige noch weniger.Süßigkeiten dürfen nie
Erziehungshilfen sein, sie sollten nie als Trost, Ersatz, Belohnung oder Beruhigung
herangezogen werden. Elterliche Zuwendung ist wichtiger. Um das geschmackliche Bedürfnis
nach süß zu befriedigen, gibt es auch gesunde Alternativen: Obst, verdünnte
Fruchtsäfte, Milchprodukte mit (ungezuckerten) Fruchtzubereitungen und in Maßen
Süßstoff und damit gesüßte Speisen und Getränke (z. B. Light- Getränke).
Falsch wäre es jedoch, diese künstlich gesüßten Produkte in unbegrenzter Menge zu
gestatten, da damit das Ernährungsverhalten nicht geändert wird; besser ist es, sie als
Ausnahme zuzulassen, aber ansonsten dem Kind zu zeigen, dass etwas weniger süß auch gut
schmecken kann.
2.6 Wenn eine Diät gelingengen
soll ...
2.1 Ernährung zu Hause
2.2
Reduktionskost, Energie, Verteilung der Mahlzeiten 2.3 Nährstoffe 2.4
Auswahl der Nahrungsmittel 2.5 Das Problem mit den Süßigkeiten 2.6
Wenn eine Diät gelingen soll
Oft ist es ein weiter Weg, einem übergewichtigen Kind (wieder) zu
einer nornalen Figur zu verhelfen. Eltern, Betreuer und das gesamte Umfeld
müssen dabei geduldig mithelfen, denn alleine kann das kein Kind schaffen. Immer wieder
muß das Kinsd motiviert werden, die neue Ernährung/Diät durchzuhalten, muß bei
Gewichtsstillstand oder Rückschlägen getröstet werden und soll letztendlichdurch das
vorbildhafte Verhalten seiner Bezugspersonen erkennen, daß es nicht alleine dasteht,
sondern daß die anderen sich auch gesünder ernähren. Das Ernährungsverhalten der
gesamten Familie sollte sich bessern; so könnten andere übergewichtige
Familienmitglieder gemeinsam mit dem Kind abnehmen und so dazu beitragen, daß das
übergewichtige Kind nicht in eine Außenseiterrolle gedrängt wird. Gesundes,
kalorienarmes Essen darf nicht zum zentralen (nervenden) Familienthema werden, sondern
muß ganz normal in den Alltag eingebaut werden.
Allen Beteiligten muß klar werden, daß eine langsame, aber
konsequente Ernährungsumstellung am erfolgversprechendsten ist, die dauerhaft zum Abbau
von überflüssigen Pfunden führt. Geduld ist also gefragt, Bemühungen und Erfolg
müssen belohnt werden (aber nicht mit Süßigkeiten); z.B. durch gemeinsame familiäre
Unternehmungen, möglichst verbunden mit Sport, Spiel und Bewegung. Konsequente Kontrolle
von Gewicht und Größe müssen zur Gewohnheit werden; kleinen Rückschlägen muß sofort
wieder durch gezielte Maßnahmen begegnet werden, denn 1 kg Gewichtszunahme ist schneller
zu beseitigen als 5 kg !
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