 9.1 Wie
nimmt man langsam und gesund ab
9.2 Warum keine
Crashdiäten
Gesund das Gewicht zu Reduzieren bedarf in erster Linie zwei Dinge:
Geduld und Disziplin. Zwei Eigenschaften, die in unserer schnellebigen Zeit kaum Beachtung
finden. Was man einem Körper meist über viele Jahre zuviel zugeführt hat, läßt sich
kaum in 1 oder 2 Wochen wegdiäten".
Bei Beachtung gewisser Umstände bezüglich der alltäglichen
Nahrungszufuhr, wird man feststellen, daß man sich nicht nur wohler fühlt, sondern dabei
auch noch Pfunde verliert; aber wie schon erwähnt langsam, daß heißt nicht mehr als
0,5-1 kg/Monat.
Es spielen eine Rolle:
Die Zeit der Nahrungsaufnahme.
Die letzte Mahlzeit sollte nicht nach 18:30 Uhr aufgenommen werden. Hier gibt es
unterschiedliche Meinungen ! Alle beziehen sich jedoch auf die Tatsache, daß der
Stoffwechsel schon in den Nachmittagsstunden (nach 16:00 Uhr) wesentlich langsamer wird,
so daß eine effiziente Nahrungsverwertung von größeren Mengen oder stark
kohlenhydrathaltigen Mahlzeiten nicht mehr möglich ist. Eine Aufnahme von größeren
Kohlenhydratmengen kurz vor dem Zubettgehen ist auch kontraproduktiv. Die Ausschüttung
des Wachstumshormon, die ausschließlich Nachts erfolgt wir dadurch behindert. Gerade
dieses Hormon aber auch für die Lipolyse (Fettverstoffwechselung
/Fett"verbrennung") mitverantwortlich.
Die Größe (Mengen) der Mahlzeiten.
Das Sättigungsgefühl
kommt meist erst nach 20 Minuten. Man sollte also langsam essen, die Speisen gut kauen,
was sowohl der Verdauungstätigkeit, als auch der besseren Verwertung der Nährstoffe
zugute kommt. Es ist z.B. nicht sinnvoll 500g Steak (ca. 100 g Eiweiß) auf einmal zu sich
zu nehmen, da der Organismus nicht vielmehr als 36g Eiweiß auf einmal verabeiten kann.
Die Zusammensetzung der Mahlzeiten.
Ein entscheidenden Punkt nimmt hierbei die Kombination von einfachen Kohlenhydraten
(Glucose = Zucker) und Fett ein. Da durch Aufnahme von einfachen Kohlenhydraten (die auch
einen hohen glykämischen Index haben) eine relativ starke Insulinausschüttung
stattfindet, und das Insulin auch dafür verantwortlich ist, daß die Fette in die Zelle
eindringen können, liegt es auf der Hand warum gerade Süßigkeiten schlecht sind. Die
Kombination aus einfachem Zucker und Fett, welches gerade in Schokolade viel vorhanden ist
begünstigt durch die hohen Insulinausschüttung auch ein starkes Aufnehmen von Fett.
Nebenbei spielt auch der sogenannte "glykämische Index" eine Rolle. Es wurde festgestellt,
daß trotz Verzehr gleicher Kohlenhydratmengen die Höhe des Blutzuckers nach
Nahrungsaufnahme unterschiedlich war. Es resultiert daraus eine Vergleichbarkeit von der
Aufnahme von Glukose (100%) und anderen Lebensmitteln:
Glykämischer Index |
| Lebensmittel |
Index [%] |
| Glukose |
100 |
| Reis, geschält |
72 |
| Weißbrot |
69 |
| Bananen |
62 |
| Saccharose |
59 |
| Spaghetti |
50 |
| Äpfel (Golden Delicious) |
39 |
| Bohnen |
36 |
| Linsen |
29 |
Es läßt sich, wenn man berücksichtigt, daß eine hohe
Insulinausschüttung unerwünscht ist, erahnen, daß Lebensmittel mit einem hohen
glykämischen Index gemieden werden sollten. Denn ein starkes "Auf" und
"Ab" des Insulinspiegels kann natürlich keinen konstanten Blutzuckerspiegel im
Blut erzeugen. Davon mal abgesehen, daß gerade die "plötzlichen" schnellen
Blutzuckeranstiege (bei Schokolade etc.) einen ebenso schnellen Abfall desselben
hervorrufen. Gerade dann aber entsteht der Heißhunger und die schnelle Wiederaufnahme von
meist "einfachen" Kohlenhydraten, welche wiederum zum starken Blutzucker und
Insulinanstieg führen.
In der Praxis wird dies deutlich, wenn man 2 weiße Brötchen zum Frühstück hatte und
nur 2 Stunden danach wieder Hunger verspürt. Sollten Sie dies tun, dann versuchen Sie
einmal morgens ein ballaststoffreiches Müsli zu essen und achten Sie darauf, wann Sie
wieder Hunger verspüren und wie "energiegeladen" Sie sich am Vormittag fühlen.
Bewegung
Ohne Bewegung paßt sich der Stoffwechsel einer eingeschränkten aber gesunden
Energieaufnahme an. Der Stoffwechsel wird langsamer. Um dem zu begegnen sollte man
regelmäßig Sport (Bewegung) treiben. Hier sind Regelmäßigkeit und Disziplin besonders
gefragt. 2-3 mal die Woche sollte man sich bewußt betätigen (das können auch lange
Spaziergänge sein).
Kleine Tricks" |
| Gerade wer Probleme mit der Menge der Mahlzeiten hat, dem sei geraten vor jeder
Mahlzeit ein großes Glas Wasser zu trinken (es füllt den Magen, ein Dehnungsreiz auf die
Magenwände und damit auch ein Sättigungsgefühl stellen sich schneller ein). |
| Viele kleine Mahlzeiten halten den Zuckerspiegel im Blut und damit auch den
Insulinspiegel konstant. Ein sogenannter Heißhunger aufgrund einem starken Abfall des
Insulinspiegels wird damit meist vermieden. |
| Nicht mit leerem Magen einkaufen. Wer hungrig ist kauft mehr als geplant. |
| Ein Ernährungstagebuch ist eine sehr gut Kontrolle des eigenen Eßverhaltens. Ein
Blick und man weiß ob man sich mal wieder selbst beschummelt hat. |
9.2 Warum keine Crashdiäten (allgemeines zu Diäten)
9.1 Wie nimmt man
langsam und gesund ab
Gewichtsabnahmen sollten kontinuierlich erfolgen.
Ungünstig ist ein Wechsel zwischem hohem und niedrigen Körpergewicht.
Crashdiäten haben meist nur ein Ziel: Große Gewichtsreduktion in
kurzer Zeit.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden müssen meist die Richtlinien einer gesunden
Ernährung verlassen werden. Eine ausgeglichene Nährstoffzusammensetzung ist dann oft
nicht mehr gewährleistet.
Das Auf und Ab des des Körpergewichtes bei wiederholten, nur kurze Zeit dauernden
Phasen einer Diät (Crash-Diät, Yo-Yo-Diät) macht eine langfristige Gewichtsreduktion
schwierig.
Bei schnellen und kurzen Diätphasen kommt es ziemlich schnell wieder zu einem Anstieg
des Körpergewichtes. Der Grundumsatz reduziert sich unter niedrig-kalorischer Ernährung
bei jedem unterschiedlich. Gerade diese Anpassung ist bei Fettleibigen besonders
ausgeprägt und erklärt häufig die Diskrepanz zwischen Energiezufuhr bei einer
Reduktionsdiät und der effektiven Gewichtsabnahme.
Liegt die Energiezufuhr unter dem täglichen Bedarf, so hat unser
Körper die Möglichkeit, daß Energiedefizit aus Glykogen, Eiweiß und Fett zu decken.
Alle 3 Substanzen binden in der Zelle Wasser in unterschiedlichem Aussmaß.
Glykogen und Eiweiß binden die vierfache Menge Wasser, Fett jedoch nur die 0,5fache
Menge.
Daraus ergibt sich (einschließlich des Wassergehaltes) ein Energiegehalt von
0,8/g Glykogen
0,8/g Körpereiweiß
6/g Köperfett
Je nachdem, ob vorwiegend Fett, Eiweiß oder Glykogen zur
Energiebedarfsdeckung herangezogen wird resultiert also ein unterschiedliches
Gewichtsverhalten.
Beispiel:
Wenn man pro Tag einen Energiedefizit von 1000 kcal hat kommt es, wenn die fehlende
Energie nur aus Eiweiß und Glykogen gedeckt wird zu einer Reduktion des Körpergewichtes
von 1250 g. Wenn aber eine ausschließliche Verbrennung aus Fett erfolgt, dann kommt es zu
einer Abnahme von nur 167 g/Tag !
Unter Berücksichtigung dieser Mechanismen, des unterschiedlichen
Energiegehaltes und der unterschiedlichen Wasserbindung erklärt sich auch die in der
Anfangsphase schnelle Gewichtsreduktion (zuerst Verlust von Wasser, Eiweiß und Glykogen)
und etwa ab dem 10. Tag das relativ langsame Abnehmen des Körpergewichtes.
Jede ausgeprägte Fettleibigkeit durchläuft eine Phase mit geringem
Übergewicht. Eigentlich sollte die Diät schon hier einsetzen. Dafür spricht, daß es
schon in dieser frühen Phase zu negativen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System
kommt.
So steigt beispielsweise hier das Risiko der Gallensteinbildung. Fettsüchtige haben
eine erhöhte Cholesterinkonzentration in der Gallenflüssigkeit.
Während der Gewichtsreduktion kommt es zu einer zusätzlichen Steigerung der
Cholesterinkonzentration in der Gallenflüssigkeit und damit auch zu einer erhöhten
Gefahr der Gallensteinbildung.
Bei mehrwöchigen Diäten kann es immer mal zu einem Mangel an
Vitaminen und Spurenelementen kommen, gerade bei den einseitigen Diäten. Bei jeder Diät
sollte dieser Fehler vermieden werden und die Minimalanforderungen an die
Nährstoffzusammensetzung erfüllt werden. Trinkmengen von 2-3 Liter am Tag sollten immer
eingehalten werden.
Man kann daraus schließen: Gewichtsreduktion kann nur langsam über
eine Ernährungsumstellung und über einen langen Zeitraum erfolgen. Hierbei ist die
körperliche Bewegung ausschlaggebend (meine persönliche Erfahrung und Meinung). Und da
reicht es (siehe auch Tabelle unten) nicht nur 2x/Woche zu Wandern. Wer wirklich
fettleibig ist (ich rede jetzt nicht von ein "paar" Kilo Übergewicht) der muß
schon sehr aktiv werden (im Rahmen der "ärztlichen Zulässigkeit").
| |
Energieverbrauch /Std. in kcal |
kj |
Menge an Schokolade in g |
| Wandern |
300 |
1255 |
55 |
| Reiten |
240 |
1004 |
44 |
| Tennis |
350 |
1464 |
64 |
| Tanzen |
240 |
1004 |
44 |
| Radfahren |
400 |
1674 |
73 |
Diese wenigen hier beschriebenen Reaktionen des Körpers auf
einseitige Diäten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr sind es nur
Andeutungen auf die Unmenge an Reaktionen des Körpers auf eine einseitige Form der
Nährstoffzufuhr. |