 8.1
Anorexia nervosa
8.2 Bulimie
Hierbei handelt es sich um eine schwere Störung des Eßverhaltens, die
zu schwerer Unterernährung und Abmagerung führen kann. Dabei sind heranwachsende Frauen
mir 1% mehr betroffen als Männer mit nur 0,1%.
Ursache:
Die Ursache ist weitgehend unbekannt. Die Gründe sind meist soziokulturell oder in der
Psyche des Einzelnen zu suchen.
Symptome:
Vordergründige Symptomatik besteht in einer großen Angst trotz stetiger
Gewichtsabnahme übergewichtig zu werden. Es kommt häufig zu Gewichtsabnahmen von 25% des
ursprünglich normalen Körpergewichtes. Es besteht eine Störung des Körperbildes
(zu dick, obwohl schon Untergewicht"). Im Verlauf der Krankheit kommt es
häufig zu einer selbstgewählten Isolation, zu Labilität und Unentschlossenheit. Es
tritt eine Veränderung der Magen-Darm-Motorik auf. Der Magen entleert sich nur noch
zögerlich, die Patienten klagen häufig über ein Völlegefühl.
Therapie:
Stationäre Aufnahme, Psychotherapie, evtl. parenterale ("künstliche")
Ernährung (z.B. über Magensonde). Anorexiepatienten sind einer Therapie oft schwer
zugänglich.
Nach zum Teil mehrmonatiger Therapie sind ca. 40% geheilt, 30% gebessert, 20% nicht
gebessert und 10% gestorben.
8.2 Bulimie
8.1 Anorexia nervosa
Bei der Bulimie (in 50% auch bei der Anorexia nervosa) handelt es sich
um wiederholte Phasen der Freßsuc ht gestoppt durch Bauchschmerzen,
selbstinduziertes Erbrechen oder Einschlafen.
2-4% aller Frauen zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr sind betroffen
Ursache:
Häufig passieren die Freßattacken" nach einer frustranen
Gewichtsreduktionskur. Aber auch soziokulturelle und psychische Faktoren spielen eine
Rolle.
Symptome:
Wiederholter Verzehr von großen Mengen Nahrungsmitteln in kurzer Zeit, meist in
weniger als 2 Stunden. Der übermäßige Verzehr von Nahrungsmitteln kann während des
Freßanfalls unbewußt geschehen. Solche Freßphasen können mehrmals am Tag auftreten.
Die Betroffenen merken bewußt ihr Fehlverhalten und haben Angst, es nicht absichtlich
beenden zu können. Es kommt häufig zu depressiven Verstimmungen und Schuldgefühlen.
Therapie:
Änderung des Eßverhaltens, Psychotherapie, evtl. Gabe von Antidepressiva.
Die Prognose ist sehr schlecht bei Auftreten in der Kombination mit
Anorexia nervosa. |