
2.1 Kcal und kJ
2.2
Berechnung des Energiebedarfes, 2.3 Broca Index und
andere,
Kilokalorien
(kcal) stammt von dem lat. Wort calor" und bedeutet Wärme. Eine Kilokalorie
ist die Energiemenge, die notwendig ist, um 1 Liter Wasser um 1 Grad zu erwärmen. In der
Ernährung werden die Ausdrücke Kalorie und Kilokalorie synonym gebraucht. Die Einheit
Kilokalorie ist aufgrund internationaler Vereinbarungen durch die Einheit Kilojoule" ergänzt worden.
Kilojoule: die Bezeichnung Joule geht auf den englischen Physiker J.P. Joule zurück. Es ist ein Maß der Energie. Es entspricht
der Arbeit, die benötigt wird um 1 kg in einer Sekunde einen Meter hoch zu bewegen.
Kilojoule wird seit langem international von der Wissenschaft verwendet, und seit 1.
Januar 1978 wird in allen EG-Ländern mit diesen Werten gerechnet.
| 1 Kilokalorie |
= |
4,184 Kilojoule |
| 1 Kilojoule |
= |
0,239 Kilokalorie |
Um beide Wert ineinander umzurechnen, kann man die
Kilokalorienwerte mit dem Faktor 4 multiplizieren um die Kilojoulewerte zu erhalten.
Jeder Nährstoff in Gramm angegeben hat einen bestimmten kcal/kJ Wert.
| 1g Eiweiß |
entspricht 4,1 kcal |
oder 17 kJ |
| 1g Kohlenhydrat |
entspricht 4,1 kcal |
oder 17 kJ |
| 1g Fett |
entspricht 9,3 kcal |
oder 39 kJ |
| 1g Äthanol (Alkohol) |
entspricht 7,1 kcal |
oder 29 kJ |
Aus allen Nährstoffen entstehen beim Abbau Kohlendioxid
(CO2), Wasser (H2O) sowie Wärme und freie Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat).
2.2 Berechnung des Energiebedarfes
2.1 Kcal und
Joule, 2.3 Broca Index und andere,
Der Energiebedarf des einzelnen Menschen hängt von sehr vielen
verschiedenen Faktoren ab:
Alter + Körpergröße
Geschlecht
Tätigkeit
Evtl. Krankheiten
Außentemperaturen
Grundsätzlich wird der Energiebedarf nach verschiedenen
Umsätzen" berechnet. Es gibt den Grundumsatz und den Leistungsumsatz. Bei dem Grundumsatz handelt es sich um die
Menge an Kalorien/Nährstoffen, die ein Mensch benötigt um auch in absoluter Ruhe
(Schlaf) seine lebensnotwendigen Funktionen aufrechtzuerhalten.
Die Höhe dieses Grundumsatzes beträgt ungefähr 4,2 kJ (1 kcal) / Std. / kg
Körpergewicht. Natürlich ist auch der Grundumsatz von den oben genannten Faktoren
abhängig.
Dieser Grundumsatz kann durch körperliche Bewegung, Streß; aber auch
durch Nahrungszufuhr selbst gesteigert werden. Diese Veränderung ergibt dann den
Leistungsumsatz.
Bei dem Leistungsumsatz werden leichte, mittelschwere und schwere Tätigkeit
unterschieden. Schon beim bloßen Aufenthalt im Zimmer außerhalb des Bettes, aber ohne
eigentliche körperliche Betätigung steigt der Energieumsatz auf 6,3 kJ (1,5 kcal) /
Std./kg Körpergewicht.
[Ganz speziell:
Eine direkte Bestimmung des Grundenergieumsatzes ist zwar prinzipiell möglich, kann aber
wegen der speziellen technischen Schwierigkeiten (Bestimmung der Wärmeproduktion mit
einem Caloriemeter) nur in Speziallaboratorien durchgeführt werden. Man bestimmt den
Grundumsatz daher nur indirekt. Parameter hierfür ist die Bestimmung der Differenz des
von dem Körper aufgenommenen Sauerstoffes und des abgegebenen Sauerstoffes - ausgehend
davon, daß der energieliefernde Schritt im Stoffwechsel die mitochondriale
Wasserbiosynthese ist. Letztere ist möglich durch Dehydrierung der Nährstoffe, bei dem
Wasserstoff frei wird, und Aufnahme von Sauerstoff über die Lungenatmung.
Beträgt der Sauerstoffverbrauch in Ruhe 250 ml/min, so
errechnet sich der Grundenergieumsatz aus:
0,250 x 60 (sek.) x 24 (Std.) x 20 [4,8] * = 7200 kJ (1730 kcal)
* gibt das energetische Äquivalent für Sauerstoff an.
Das energetsiche Äquivalent ist bei allen drei Nährstoffen (Fett,
Eweiß, Kohlenhydrate/Glucose) ungefähr gleich: 20kj (4,8 kcal) / Liter O2.]
Da jeder Mensch ein Individuum ist, sind solche Formeln für den Alltag
nur schwer zu gebrauchen. Für die eigene Berechnung des Energiebedarfes sollte man
eigentlich die Ausprobier-Methode" wählen. Das heißt nichts anderes, als das
man sein Gewicht zu Anfang diese Methode mißt und dann aufschreibt, was man in den
nächsten 2 Wochen ißt. Am besten man rechnet dann noch gleich täglich anhand einer
Nährwerttabelle aus, was man an kcal, Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten verzehrt hat.
Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette notiert man dabei am besten in g. Nach diesen 2 Wochen
wiegt man sich unter gleichen Bedingungen noch einmal. Entweder hat man jetzt zugenommen,
abgenommen oder es ist gar nichts passiert. Man errechnet sich nun aus den ganzen Kalorien
einen Mittelwert.
Beispiel:
Hat man in 14 Tagen insgesamt 23800 kcal zu sich genommen so entspräche dies einem
Tageswert von 1700 kcal; genauso geht man bei der Berechnung der Kohlenhydrate, Eiweiße
und Fette vor.
Diese Mittelwerte können nun Ausgangspunkt für eine eigene kleine Analyse sein. Je nach
Gewichtsreaktion des Körpers während der letzten 2 Wochen kann man nun die Kalorien
einschränken, oder aber auch nur die Relation der Nährstoffe ändern ( z.B. weniger
Fett). Dieser Test kann solange laufen, bis man für sich die ideale Menge an Kalorien und
die ideale Nährstoffkombination (Fett, Kohlenhydrate, Eiweiß) gefunden hat. Natürlich
ändert sich der Bedarf je nach Lebenssituation (Sport, Streß, Ruhe etc.) und es kann so
eine neue Berechnung notwendig werden.
2.3 Broca-Index und andere
2.1 Kcal und
Joule, 2.2 Berechnung des Energiebedarfes,
Untersuchungen einer Lebensversicherungsgesellschaft an über 5 Mill.
Nordamerikanern über den Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Lebenserwartung
ergaben Idealgewichtsnormen
(Idealgewicht = Körpergewicht mit der statistisch höchsten Lebenserwartung)
Einfacher als die Bestimmungsmethoden in dem Kapitel Berechnungen des
Energiebedarfes" sind bestimmte Indizes, welche man zur eigenen Berechnung für den
Alltag anwenden kann. Diese Indizes gehen nicht davon aus wieviel Energieträger man
täglich zu sich führen muß, sondern sie geben ein sogenanntes Normalgewicht vor. Dieses
ist dann wiederum Ausgang für die Energiezufuhr, die dann so gewählt werden sollte, daß
das Gewicht gehalten oder erreicht wird. Da wäre z.B. der:
Broca Gewicht
Broca Gewicht = Körperlänge (cm) - 100
Broca-Index
Broca-Index = Körpergewicht/Broca-Gewicht
Quetelet-Index oder BMI
(Body-Mass-Index)
Körpergewicht in kg : Körperlänge in Meter zum Quadrat.
Als Richtwert für das erstrebte Körpergewicht gilt ein Index von 22 für Frauen und 24
für Männer.
Von der DGE (Deutschen Gesellschaft für Ernährung) wird aufgrund der
Praktikabilität die Berechnung nach dem Broca-Gewicht empfohlen.
Es besteht bei diesen Indizes jedoch ein berechtigter Kritikpunkt. Alle
diese Indizes gehen davon aus, daß das Idealgewicht in Abhängigkeit vom Lebensalter und
Körperbaukategorien angegeben wird. Dies gilt für leichten, mittelschweren und schweren
Körperbau. Allgemeingültige Kriterien für die Zuordnung von Menschen in eine dieser
Körperbaukategorien sind jedoch nicht vorhanden. |
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