
1.1 Kohlenhydrate
1.2 Eiweiße, 1.3. Fette, 1.3.1
Cholesterin, 1.4 Carnitin, 1.5 Mineralstoffe, 1.6 Spurenelemente, 1.7 Ballaststoffe,
Bei den Kohlenhydraten handelt es sich um die Energielieferanten in der Nahrung. Sie
sind die jederzeit verfügbare Quelle für Blutzucker. Kohlenhydrate bestehen, aus
Kohlenstoff, Wasser und Sauerstoff. Das Verhältnis von Kohlenstoff zu Wasser ist dabei
1:1. Nach Anzahl der Moleküle, die aus diesen Bausteinen aufgebaut sind unterscheidet
man:
Monosaccharide [Einfachzucker]
Neben Traubenzucker
(Glucose) gehören dazu Fruchtzucker
(Fructose) - beides enthalten in Obst und Honig - sowie Schleimzucker (Galaktose) - z.B.
enthalten in Milch.
Disaccharide [Doppel- oder Zweifachzucker]
Sie entstehen aus der Zusammenlagerung von 2 Einfachzuckern. Hier wären unter anderem der
Rohr- und Rübenzucker (Saccharose),
der Milchzucker (Lactose) und
der Malzzucker (Maltose) zu
nennen.
Polysaccharide [Vielfachzucker]
Sie bestehen aus vielen Molekülen Einfachzucker, welche in langen Ketten
aneinandergereiht sind. Das wichtigste pflanzliche Kohlenhydrat ist die Stärke. Sie hat die Struktur
kleiner Körnchen.Die Polysaccharide sind Energielieferanten für einen längeren
Zeitraum. Diese sogenannten komplexen
Kohlenhydrate" werden zeitversetzt im Verdauungstrakt abgebaut, so daß
ein relativ konstanter Blutzuckerspiegel im Blut über mehrere Stunden besteht. Sie sind
in Lebensmitteln wie Naturreis, Teigwaren, Kartoffeln, und vielen anderen
Vollkornprodukten enthalten.
Die Speicherform der Kohlenhydrate ist das Glykogen. Es besteht aus ca. 5000 Traubenzuckerresten, die bei
Sport, Anstrengung oder auch Nahrungsmangel aufgebracht werden. Die Speicher für das
Glykogen sind die Muskeln und die Leber. Der Hauptteil der ca. 400 g Glykogen wird in der
Leber gespeichert.
Die Kohlenhydrataufnahme sollte zwischen 3 und 5 g pro kg Körpergewicht/Tag liegen.
Ein Großteil dieser Kohlenhydrate sollte man in Form von komplexen Kohlenhydraten zu sich
nehmen. Allein 100 g Kohlenhydrate pro Tag braucht unser Gehirn.
Bedarf:
Der Bedarf an Kohlenhydraten richtet sich natürlich nach der Tätigkeit, der man
nachgeht. Ein Hochleistungsportler braucht 65 - 75 % seiner Gesamtkalorienaufnahme in Form
von Kohlenhydraten, für den normalen" Menschen reichen 55 - 60 %. Letzteres
entsprächen ca. 5 g Kohlenhydrate pro kg Körpergewicht und Tag (ca. 250 - 350 g / Tag).
1.2 Eiweiße
1.1
Kohlenhydrate, 1.3. Fette, 1.3.1 Cholesterin, 1.4
Carnitin, 1.5 Mineralstoffe, 1.6 Spurenelemente, 1.7 Ballaststoffe,
Die kleinste Einheit eines Proteins (Eiweiß) ist die Aminosäure. Letztere besteht aus den chemischen Elementen
Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Wasserstoff. Proteine können jedoch auch
zusätzlich Metalle, Lipide oder Kohlenhydrate enthalten.
Proteine spielen eine große Rolle als Baustoffe in unserem Körper. In jeder Zelle finden
wir 4000 - 5000 verschiedene Proteine. Es gibt Immunproteine, die den Organismus vor fremden Zellen schützen;
es gibt Transportproteine
im Blut, die einzelne Stoffe zwischen den einzelnen Organen hin- und hertransportieren.
Auch die Mehrzahl der Hormone ist aus Proteinen aufgebaut.
Es sind 20 verschiedene Aminosäuren bekannt, welche Tausende von
unterschiedlichen Proteinen bilden. Acht von den 20 Aminosäuren sind essentiell, daß
heißt der Körper kann sie nicht selbst synthetisieren sondern muß sie mit der Nahrung
zugeführt bekommen.
| Nicht essentielle Aminosäuren |
Essentielle Aminosäuren |
Glycin (Gly)
Alanin (Ala)
Serin (Ser)
Asparaginsäure (Asp)
Asparagin (Asn)
Glutaminsäure (Gln)
Glutamin (Gln)
Arginin (Arg)
Cystein (Cys)
Tyrosin (Tyr)
Prolin (Pro)
Histidin (His) |
Threonin (Thr)
Valin (Val)
Leucin (Leu)
Isoleucin (Ile)
Lysin (Lys)
Methionin (Met)
Phenylalanin (Phe)
Tryptophan (Trp) |
Ein Beispiel für die Wichtigkeit der essentiellen Aminosäuren stellen
unsere Muskeln dar. Sie bestehen zu einem großen Teil aus den essentiellen Aminosäuren
Valin, Leucin und Isoleucin.
Natürlich gibt es Proteine, die vom menschlichen Körper besser verwertet werden
können, als andere. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der Biologischen
Wertigkeit eines Proteins bzw. Nahrungsmittels. Als biologische Wertigkeit bezeichnet man die Menge an menschlichem
Körpereiweiß, die durch 100 g Nahrungseiweiß ersetzt werden kann. Als Bezug setzt man
das Volleiprotein (biologische Wertigkeit = 100).
[genauer: die biologische Wertigkeit gibt an, wieviel Gramm
Körperstickstoff durch 100 g resorbierten Nahrungsstickstoff ersetzt oder gebildet werden
kann. Die Höhe der Wertigkeit hängt im wesentlichen von der Menge und der Relation
essentieller Aminosäuren ab].
Die höchste biologische Wertigkeit, die man bis jetzt gefunden hat ist einen Mischung
aus 36% Eiprotein und 64% Kartoffelprotein. Sie hat die biologische Wertigkeit 136.
Bei tierischen Eiweißen beträgt die Wertigkeit ca. 80 - 100, das heißt aus 100 g
aufgenommen Eiweiß können 80 - 100 g Körpereiweiß gebildet werden. Bei pflanzlichen
Eiweißen beträgt die biologische Wertigkeit nur 60 - 70, da die für den Menschen
essentiellen Aminosäuren nicht im richtigen Mengenverhältnis zugeführt werden.
Bedarf:
Der Bedarf an Eiweiß ist sehr unterschiedlich. Der Normalbürger" benötigt
ca. 0,8 - 1 g Eiweiß pro kg Körpergewicht / Tag. Die empfohlene Proteinzufuhr für
Kinder und Jugendliche liegt bei 1,2 g/kg Körpergewicht (1-3 jährige), 1,1 g/kg
Körpergewicht (4-6 jährige), 1,0 g/kg Körpergewicht (7-15 jährige).
Einige Hochleistungsportler nehmen bis zu 2,5 g Eiweiß / kg Körpergewicht und Tag zu
sich. Der Bedarf fällt mit zunehmenden Alter. Ab dem 25. Lebensjahr verliert der Mensch
Gewebesubstanz und damit auch Protein, so daß sich der Proteinbestand des Organismus bis
zum 60. Lebensjahr um etwa 20% vermindert.
Der Eiweißgehalt sollte ca. 10 - 20 % der Gesamtkalorienzufuhr am Tag betragen.
Der Mensch verfügt über ein kurzfristiges Pool (Reservoir) von Eiweißen. Dieses
beträgt ca. 45 g (davon 40 g im Muskel und die übrigen 5 g in Blut und Leber).
[Bei eiweißfreier Ernährung verliert der Mensch pro Tag etwa 13 - 17
g Eiweiß.
Führt man genau diese Menge (Absolutes Eiweißminimum) dem Körper jeden Tag zu, so entsteht
trotzdem ein Eiweißmangel. Dieses passiert deshalb, weil die biologische Wertigkeit des
Eiweißes, welches man zu sich nimmt ja nicht unbedingt 100 betragen muß. So können z.B.
von 17 g aufgenommenem Eiweiß vielleicht nur 8,5 g in körpereigenes Eiweiß umgewandelt
werden (z.B. bei einer Biologischen Wertigkeit von 50). Außerdem erhöht jegliche Art von
Streß den Proteinumsatz, so daß die Proteinzufuhr hier über dem Minimalbedarf liegen
sollte. Es ergibt sich hieraus ein Sicherheitszuschlag, der von der WHO-Expertenkommission
mit 30% angesetzt ist. Der Proteinbedarf klettert so auf 0,44 g/kg Körpergewicht oder ca.
31 g/Tag für einen 70 kg schweren Mann.
Da die Ausnutzung, des mit der Nahrung aufgenommenen Proteins von Mensch
zu Mensch variiert wird dieser Menge ein weiterer Zuschlag von 30% gegeben. Damit erhöht
sich der Bedarf für einen 70 kg schweren Erwachsenen auf etwa 40 g/Tag.]
1.3 Fette
1.1
Kohlenhydrate, 1.2 Eiweiße, 1.3.1 Cholesterin, 1.4
Carnitin, 1.5 Mineralstoffe, 1.6 Spurenelemente, 1.7 Ballaststoffe,
Der Fettverzehr ist seit 1948 ständig angestiegen und liegt zur Zeit bei etwa 130 g
/Tag . Damit ist er deutlich zu hoch. Die Empfehlung der DGE (Deutschen Gesellschaft für
Ernährung) liegt bei 60 bis max. 80 g / Tag. Dies entspricht ca. 20-30% der
Gesamtkalorienzufuhr / Tag.
Lipide (Fette) sind eine chemisch unterschiedlich aufgebaute Stoffklasse. Das
gemeinsame Merkmal der Lipide ist ihre Eigenschaft sich schlecht in Wasser zu lösen
(hydrophob) jedoch gut in organischen Lösungsmitteln wie Benzol, Chloroform und Äther
(lipophil).
Funktion:
| 1. |
Als Energiereserve (Depotfette) Die Depotfette des Unterhautfettgewebes schützen vor
Auskühlung und dienen als Polsterung. |
| 2. |
Als Organfett. Organfett umgeben die Organe und halten sie in ihrer Position
fixiert.Es ist fester als das Depotfett und wird auch bei längerem Energiemangel nicht
völlig eingeschmolzen. |
| 3. |
Als Baustein des Nervensystems. Das Nervensystem besteht zu 40% des Trockengewichtes
aus Lipiden. |
| 4. |
Als Zellmembranbestandteile. Auch Cholesterin kommt in den Zellmembranen vor |
| 5. |
Als Träger fettlöslicher Vitamine |
Alle biologischen Eigenschaften der Fette sind von der Art der Fettsären abhängig.
Man unterscheidet bei den Fetten einfach und mehrfach ungesättigte, sowie
gesättigte Fettsäuren
(es handelt sich hierbei um ein chemisches Merkmal = Anzahl und Lokalisation der
Doppelbindungen). Außerdem differenziert man noch in kurzkettige (weniger als 6
Kohlenstoffatome), mittelkettige (MCT;
6-10 Kohlenstoffatome) und langkettige Fettsären (LCT; mehr als 12 Kohlenstoffatome). Gesättigte Fettsäuren
finden sich in tierischen Fetten. Die ungesättigten Fettsäuren findet man hauptsächlich
in kaltgepreßten oder erstgepreßten Pflanzenölen. Kalt- oder erstgepreßt sind die Öle
die nicht erhitzt wurden wie Olivenöl, Maisöl, Sonnenblumenöl. Fischöle wie Linolsäure, Linolensäure und Arachidonsäure
zählen auch zu den ungesättigten Fettsäuren und haben die Eigenschaft den
Cholesterinspiegel senken zu können.
Der tägliche Fettbedarf beträgt ca. 1 g pro kg Körpernormalgewicht.
Die Fettaufnahme sollte 60 - 80g / Tag nicht überschreiten und sollte aus einem Teil von
mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen.
Normale Konzentrationen der Lipide im Serum ( Blut besteht aus Serum und Plasma):
| Lipide |
[mg/100ml] |
| Triglyceride |
50 -150 |
| Phosphoglyceride |
160 - 250 (keine klinische Bedeutung, Wert steigt mit dem Alter) |
| Cholesterin |
150 - 220 |
| freie Fettsäuren |
14 - 22 |
Da Lipide nicht wasserlöslich sind muß ihr Transport in dem wäßrigen Medium Blut
durch Verbindung mit anderen Substanzen sichergestellt werden. Diese Aufgabe übernehmen
die sogenannten Lipoproteine.
Letztere werden in der Leber bzw. im Darm gebildet.
Bei den Lipoproteinen handelt es sich um variable Verbindungen aus Proteinen und
Lipiden. Man unterscheidet:
HDL = high density lipoprotein
(Bildungsort Leber),
- haben den höchsten Gehalt an Proteinen
- dient auch als Cholesterintransporter, da es in der Lage ist Cholesterin aus anderen
Zellen und Lipoproteinen aufzunehmen und zur Leber zu transportieren.
- außerdem sollen HDL einen antigefäßverkalkende Wirkung haben
LDL = low density lipoprotein
- entstehen beim Abbau von VLDL
- haben den höchsten Gehalt an Cholesterin (45%)
- sie hemmen die Bildung von Cholesterin (wenn sie in hoher Konzentration vorhanden sind
VLDL = very low density lipoprotein
(Bildungsort Leber),
- durch die Abgabe von Triglyceriden und Aufnahme von Proteinen entstehen LDL.
Sogenannte Chylomikronen
(Bildungsort Darmschleimhaut), sorgen für den Transport der Fettsäuren aus den Zellen.
1.3.1 Cholesterin
1.1
Kohlenhydrate, 1.2 Eiweiße, 1.3
Fette, 1.4 Carnitin, 1.5
Mineralstoffe, 1.6 Spurenelemente, 1.7 Ballaststoffe,
Cholesterine dienen zum einen als notwendige Bausubstanz der Zellmembranen zum anderen
stellen sie das Ausgangsprodukt für die Biosysnthese der Steroide (Ausgangsprodukt für
sämtliche Nebennieren- und Geschlechtshormone) dar. Beim Menschen werden etwa 1 g
Cholesterin / 24 Stunden in der Leber in Gallensäuren umgewandelt. Die Gallensäuren sind für die Fettresorption
im Dünndarm sehr wichtig. Ein großer Teil dieser Gallensäuren werden aus dem Darm
rückresorbiert, der Leber wieder zugeführt und nicht ausgeschieden (enterohepatischer Kreislauf der
Gallensäuren). Dies hat deshalb eine hohe Bedeutung, weil die Rückresorption auch
verantwortlich für die Cholesterinbiosynthese ist. Werden wenig Gallensäuren
rückresorbiert, ist die Cholesterinbiosynthese um so stärker.
Auch hängt die Cholesterinsysnthese wesentlich von der Menge des Nahrungscholesterin ab.
Durch Reduktion der Cholesterinaufnahme läßt sich der Cholesterinspiegel im Blut
(Plasma) senken.
Eine Mehraufnahme von 100 mg Cholesterin / Tag führt zu einer Erhöhung um ca. 5 mg /
100 ml Plasma. Normwert für Cholesterin ist 150 -220 mg /100 ml. Erhöhung des
Cholesterinspiegels sind ein weit verbreiteter Risikofaktor für die koronare
Herzkrankheit. Jede Cholesterinüberhöhung über 200 mg / dl Blut aufgrund vermehrten
LDL-Cholesterins wird als Polygene Hypercholesterinämie bezeichnet. Sie ist vor allem
ein Ernährungsproblem.
Wichtigste Maßnahme ist hier die Verminderung tierischer Fette (gesättigte
Fettsäuren), da sie die Cholesterinsynthese in der Leber erhöhen. Der Verbrauch einfach
und mehrfach ungesättigter Fettsäuren kann beibehalten werden. Hiermit wird gleichzeitig
eine allgemeine positive Ernährungsumstellung auf mehr pflanzliche Produkte erreicht, was
gleichzeitig unter anderem eine bessere Verdauung bewirkt (mehr Ballaststoffe).
Nahrungsmittel mit hohem Cholesteringehalt (besonders reich sind
Eidotter und tierische Fette):
Die folgenden Angaben beziehen sich immer auf 100 g Nahrungsmittel
und stellen nur einige Beispiele dar: |
| Hirn |
3000 mg |
| Innereien |
300 mg |
| 1 Hühnerei |
270 mg |
| Butter |
240 mg |
| Butterschmalz |
340 mg |
| Vollmilch (1 Liter) |
120 mg |
1.4 Carnitin
1.1
Kohlenhydrate, 1.2 Eiweiße, 1.3
Fette, 1.3.1 Cholesterin, 1.5 Mineralstoffe, 1.6 Spurenelemente, 1.7 Ballaststoffe,
Carnitin ist ein Stoff, der immer wieder durch die Medien ging. Seine Effektivität in
Bezug auf beschleunigten Fettabau gerade bei Diäten oder in Kombination mit Sport führte
immer wieder zu Diskussionen.
Herkunft:
Carnitin (Lat.: caro, carnis = Fleisch) wurde das erste mal von russischen Forschern 1905
entdeckt. Bis 1970 wurde die Funktion des L-Carnitins geklärt. 1982 begann die
industrielle Großproduktion. Carnitin wird aus den beiden Aminosäuren Lysin und
Methionin gebildet. Biologisch wirksam ist nur die L-Form (linksdrehende). Für die
Bildung sind Vitamine (u.a. Vit. C, Vit. B6, Niacin) und Eisen notwendig. L-Carnitin ist
natürlicher Bestandteil der Herz - und Skelettmuskulatur des Menschen.
Funktion:
In vielen Publikationen wird die Wirkung auf den Fettstoffwechsel zu einseitig oder
überbetont dargestellt. Unbestritten ist jedoch die Funktion das Carnitin als
Transportmittel für Fettsäuren durch die Membran (innere Membran) der Mitochondrien (Ein
von 2 Membranen umgebener Hohlraum in der Zelle, der auch als Kraftwerk der Zelle bekannt
ist und für viele energetische Vorgänge in der Zelle verantwortlich ist).
Weitere Wirkungen:
- L-Carnitin führt zu einer erhöhten Glukoseverwertung (Zuckerverwertung)
- Der höhere Fettsäurenumsatz führt zu einem Glykogenspareffekt
- L-Carnitin unterstützt die Gluconeogenese (Glucosebildung) aus den Aminosäuren Leucin,
Isoleucin und Valin.
Untersuchungsergebnisse:
Weiterhin untersucht wurde die Wirkung des Carnitins auf das Immunsystem.
1992 konnte nachgewiesen werden, daß unter Einwirkung von L-Carnitin die Freßaktivität
der Granulozyten (Zellen, die Bestandteile des menschlichen Abwehrsystems sind und zu den
weißen Blutkörperchen/Leukozyten zählen) ansteigt. Bei Ausdauersportlern, die 4 g
L-Carnitin / Tag über 2 Wochen zu sich nahmen wurde 1985 eine Zunahme der max.
Sauerstoffaufnahme von 6% nachgewiesen. Die Zunahme der Leistung und eine Verbesserung der
Regeneration bei Leistungsportlern wurde zwischen 1984 und 1987 mehrfach beschrieben. Bei
Untrainierten konnte eine Leistungssteigerung bei Gabe von 2 g L-Carnitin über 2 - 4
Wochen keine Leistungssteigerung nachgewiesen werden.
Anwendung:
Bereits eine wöchentliche Belastung von 4 Stunden im Sport soll eine Substitution mit
L-Carnitin rechtfertigen. Die Steigerung des Fettstoffwechsel entlastet im
Energiestoffwechsel den Kohlenhydrathaushalt. Eine Substitution bei Adipositas kann mit
Sicherheit eine notwendige Bewegung/Sport und Ernährungsumstellung nicht ersetzen. Die
Anwendung bei Patienten umfaßt hauptsächlich Krankheitsgruppen, bei denen es sekundär
(das heißt als Folge einer Grunderkrankung) zum L-Carnitin Mangel kommt. Dies sind
Dialysepatienten, Patienten mit Leberzirrhose sowie Alkoholiker und Patienten mit
Drogenmißbrauch.
Dosierung:
Bei Behandlung der Altersdemenz (M. Alzheimer) haben sich 2 g / Tag als wirksam erwiesen.
Sportreibende nehmen 1- 2 g / Tag über einen bestimmten Zeitraum.
Die Reserven des Körpers betragen 20 - 25 g. Dem Körper gehen pro Tag bis zu 70 mg über
den Urin verloren.
1.5 Mineralstoffe
1.1
Kohlenhydrate, 1.2 Eiweiße, 1.3
Fette, 1.3.1 Cholesterin, 1.4 Carnitin, 1.6
Spurenelemente, 1.7 Ballaststoffe,
Ohne Mineralstoffe würden die Muskeln nicht arbeiten. Die Nerven würden ohne sie
keine Nachrichten übermitteln. Die Synthese von Proteinen und Glucose würde gar nicht
funktionieren. Unser Skelett und unsere Zähne könnten gar nicht existieren.
Mineralstoffe sind für den Stoffwechsel und die Aufrechterhaltung unserer Gesundheit von
immenser Bedeutung. Jeder Mineralstoff entfaltet seine Wirkung nicht von allein. Alle
Mineralstoffe stehen mit Vitaminen und den anderen Nährstoffen in engster Zusammenarbeit.
Sie können aus der folgenden Tabelle Funktion, Quelle und Tagesbedarf entnehmen:
| Mineralstoff |
Funktion |
Quelle |
Bedarf |
| Kalzium |
Übertragung von Nervenimpulsen. Mitverantwortlich für die Muskelaktion . Bestandteil
der Knochen und Zahnstruktur |
Milchprodukte, Gemüse, Schalentiere, Eigelb, Nüsse, Brot, Hülsenfrüchte |
200 mg |
| Magnesium |
Teil der Zellmembran. Mitverantwortlich für Knochenstruktur. Enzymaktivator.
Muskelentspannung |
Milch,Gemüse, Bohnen, Obst, Kakao, Mandeln |
350 mg |
| Phosphor |
Mitverantwortlich für Knochen und Zahnstruktur. Teil der Zellmembran |
Milchprodukte, Vollkornprodukte |
1200 mg |
| Schwefel |
Teil verschiedener Aminosäuren und Vitamine. Bestandteil der Blutgerinnung.
Bestandteil der Kollagen Synthese |
Fleisch,Fisch, Geflügel, Eier, Milchprodukte |
nicht festgelegt |
| Natrium |
Elektrolyt, das den Blutdruck stabilisiert, das Nährstoffe über Darm und Zellwand
transportiert, und bei der Absorption (Aufnahme) von Glucose hilft. |
NaCl (Tafelsalz) |
Min.:500 mg, empfohlen2400 mg |
| Kalium |
Elektrolyt, das den Blutdruck stabilisiert, für die Zellreizung mitverantwortlich
ist, die Protein und Glykogensynthese unterstützt, aber auch für die Muskelentspannung
eine Bedeutung hat. |
Obst (besonders Banane), Gemüse, Fleisch, Milch |
Minimum:2000 mg |
| Chlorid |
Elektrolyt, das Teil der Magensäure ist und auch an allen zellstabilisierenden
Faktoren teilnimmt |
NaCl, Wasser |
Minimum:750 mg |
1.6 Spurenelemente
1.1
Kohlenhydrate, 1.2 Eiweiße, 1.3.
Fette, 1.3.1 Cholesterin, 1.4 Carnitin, 1.5
Mineralstoffe, 1.7 Ballaststoffe,
Ein Spurenelement ist ein Mineral, das im Körper in winzigen Mengen, weniger als 0,015
g enthalten ist. Für den Stoffwechsel ist es jedoch wesentlich.
| Spurenelement |
Funktion |
Quelle |
Bedarf |
| Mangan |
Mitverantwortlich für Knochenstruktur, Cholesterinbildung und
Kohlenhydratstoffwechsel. |
Obst, Tee, Gemüse, Nüsse, Vollkorn, Hülsenfrüchte |
2 - 5 mg |
| Kupfer |
Eisenverwertung, Gewebewachstum, Teil vieler Enzyme |
Nüsse, Vollkorn,Fisch, Fleisch, Gemüse |
1,5 - 3 mg |
| Molybdän |
Mitverantwortlich für die Eisenverwertung und Fluoridspeicherung |
Hülsenfrüchte |
75 - 250 µg |
| Chrom |
Wichtig für die Glucoseverwertung |
Getreide, Käse,Fleischprodukte |
50 - 200 µg |
| Nickel |
Mitverantwortlich für die Eisenverwertung |
Meeresfrüchte. Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte |
16 - 25 µg pro 1000kcal |
| Vanadium |
Teil von Geweben. Mitverantwortlich für Knochen und Zahnwachstum. Senkt
möglicherweise den Cholesterinspiegel. |
Vollkorn, Gemüseöle, Fleisch, Meerestiere |
0,1 - 0,3 mg |
| Arsen |
Mitverantwortlich für die Verstoffwechselung der Aminosäure Methionin. Schützt vor
Selengiftigkeit. Wichtig für das Wachstum |
Fisch, Meeresfrüchte (NICHT als Ergänzung verwenden) |
6,25 - 12,5 µgpro 1000kcal |
| Kobalt |
Teil des Vitamin B12 (Cobalamin) |
Fleisch, Fisch, Geflügel, Milch |
Minimum:0,04 µg |
| Flourid |
verhindert Zahnzersetzung und Osteoporose (Knochenschwund) |
Flouridhaltiges Wasser, Fisch |
1,5 - 4 mg |
1.7 Ballaststoffe
1.1
Kohlenhydrate, 1.2 Eiweiße, 1.3.
Fette, 1.3.1 Cholesterin, 1.4 Carnitin, 1.5
Mineralstoffe, 1.6 Spurenelemente,
Ballaststoffe sind unverdauliche Bestandteile pflanzlicher Nahrungsmittel (z.B. Fasern,
Gerüstsubstanzen, Schalen, Zellwände). Sie regen die Kautätigkeit an und vergrößern
die Nahrungsmenge im Darm ohne Energie zu liefern. Dadurch sättigen sie länger, fördern
den Nahrungstransport im Darm und verbessern somit die Verdauung.
Etwa jeder 2. bis 3. Bundesbürger leidet unter Verdauungsstörungen (Darmträgheit), meist als
Folge einer ballaststoffarmen Ernährung.
[In den meisten (sog.) Entwicklungsländern mit einer
"ursprünglichen" Ernährung liegt die Ballaststoffaufnahme im Vergleich zu den
westlichen Industrieländern hoch. Nach Angaben von TROWELL werden die in den sog.
Entwicklungsländern im Mittel nur 8% der Energie durch ballaststoffreie Nahrungsmittel
gedeckt, während es in den Industriestaaten 58 (!) % sind. Eine Erhebung in England
ergab, daß bei Vegetariern ein Ballaststoffverzehr mit (im Durschnitt) 41,5 g/Tag
wesentlich höher lag als im Vergleich mit Nichtvegetariern (21,4 g/Tag). Schon Anfang der
sechziger Jahre machten in Afrika und Indien tätige englische Ärzte (u.a. BURKITT,
TROWELL) darauf aufmerksam, daß ein hoher Anteil an Ballaststoffen vor einer großen
Anzahl Erkrankungen schützt. Die Tatsache, daß nach Umstellung auf eine sogenannte
westliche Ernährung auch bei Afrikanern, Indern etc. die Inzidenz der folgenden
Erkrankungen derjenigen gleichkommt bzw. noch übertrifft, beweist, daß die
Häufigkeitsunterschiede nicht rassisch bedingt sind. Nach einer Zusammenstellung von
TROWELL handelt es ich hierbei um (u.a.): Erkrankungen des Verdauungstraktes (z.B.:
Verstopfung, Dickdarmpolypen/karzinom, Zahnkaries, Morbus Crohn, Colitis Ulzerosa),
Erkrankungen des Stoffwechsels (z.B.: Diabetes mellitus, Fettsucht)]
Abführende Medikamente bringen zwar kurzfristig eine Erleichterung eine Dauerlösung
sind sie aber nicht (allein für Abführmittel geben die Bundesbürger jährlich ca. 150
Millionen DM aus). Gerade bei Laxantien
(Abführmittel) gibt es, bei chronischem Gebrauch Störungen des Wasser und
Elektrolythaushaltes. Die entstehenden Kalium-Verluste führen zu einer verminderten
Darmtätigkeit, so daß die Obstipation
(Verstopfung) noch verstärkt wird. Es kommt zum sogenannten Teufelskreis (circulus
vitiosus).
Es ist daher am einfachsten ein gewisses Minimum an Ballaststoffen pro
Tag mit der Nahrung zu sich zu nehmen. Hierfür ist es sinnvoll die bisher übliche Menge
der Ballaststoffe auf das Doppelte zu steigern (mindestens 30 g pro Tag).
| Ballaststoffreiche Lebensmittel: |
| Getreidekörner, Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Trockenobst, Nüsse, Müsli |
Gemüse sollte öfters auch mal in der rohen Form als Rohkost zu sich
genommen werden.
Bei Bevölkerungsgruppen mit hohem Ballaststoffverzehr fand man niedrige
Serumcholesterinkonzentrationen. Dies führte zu der Annahme, Ballaststoffe hätten einen
senkenden Effekt auf den Cholesterinspiegel. Man muß hier jedoch berücksichtigen, daß
einer hoher Ballaststoffanteil der Nahrung auch meistens mit einer anderern
Nährstoffzusammensetzung verbunden ist. Ein hoher Ballaststoffanteil der Nahrung geht
zwangsläufig auch mit einer Aufnahme von weniger Zucker, Fett und tierischem Eiweiß,
sowie einem erhöhten Verzehr von Stärke einher.
|
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Die Nährstoffe |
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Berechnungen in der Ernährung |
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Der Stoffwechsel |
|
Vernünftige Ernährung |
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Ausnahme situationen |
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Krankheiten und Ernährung |
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Verändertes Essverhalten |
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Kleine Ernährungs beratung |
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